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Die Angeklagten Ireneusz D. (r.) und Kasimierz S. vor Gericht.

Opfer zu Tode geprügelt

Tod am Flaucher: Neun Jahre Haft für brutalen Schläger

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München - Seine sechs Monate lange Flucht hatte ihn bis nach Frankreich geführt, jetzt hat ihn die Vergangenheit endgültig eingeholt: Neun Jahre Haft für Ireneusz D. (42), den Täter im so genannten Flaucher-Fall!

Das Schwurgericht verurteilte ihn Mittwoch wegen Körperverletzung mit Todesfolge. Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft wegen Mordes beantragt. D. hatte sein Opfer, den behinderten Obdachlosen Jerzy C. († 50), im August 2014 so brutal zusammengeschlagen, dass dieser starb.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass D. sein Opfer mit Faustschlägen und Fußtritten, später mit einer Krücke traktierte. Jerzy C. starb später in dieser Nacht, weil eine geborstene Rippe seine Lunge durchbohrte. Das Gericht konnte nicht zweifelsfrei klären, ob D. vorsätzlich tötete. Fotos des schlimm zugerichteten Toten würden laut Richter aber nur einen Schluss zulassen: „Der Tod wurde mindestens billigend in Kauf genommen.“ Ein Sachverständiger hatte die Verletzungen so beschrieben: Es sehe aus, als ob das Opfer mit hoher Geschwindigkeit von einem Auto überfahren worden sei.

Der zweite Angeklagte, Kasimierz S. (54), muss neun Monate in den Knast. Die Staatsanwaltschaft konnte ihm nur unterlassene Hilfeleistung beweisen. Auch die Rolle des dritten Tatverdächtigen, Vitalijs T., bleibt ungeklärt. Im März 2015 fand man seine Leiche in Nizza. Todesursache: eine Überdosis.

Lesen Sie hier die Vorgeschichte: Flaucher-Mord - Festnahme in Frankreich

tos

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