Flocke-Fieber: 25 000 Fans täglich erwartet

Nürnberg - Die Stadt Nürnberg rüstet sich für die Anfang April geplanten ersten öffentlichen Auftritte von Eisbären-Baby Flocke. Allein in diesem Jahr werden etwa 250 000 Besucher zusätzlich erwartet.

"Wir rechnen an Spitzentagen mit bis zu 25 000 Menschen", sagte der Leiter des Verkehrsplanungsamtes Frank Jülich. Insgesamt werde Flocke dem Tiergarten in diesem Jahr ein Besucherplus von rund 250 000 Menschen bringen. Im Jahr 2007 zählte der Zoo knapp 1,1 Million Besucher. Um den erwarteten Besucheranstieg um zeitweise rund 70 Prozent bewältigen zu können, will die Stadt zusätzliche Straßenbahnen und Busse einsetzen und das Parkplatzangebot am Tiergarten erweitern. Statt fünf wird es acht Kassen geben, außerdem als Zusatzmaßnahme einen Ticketverkauf im Internet.

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Über die vorhandenen Verkehrsleitsysteme und ein Kombiticket aus Fahr- und Eintrittskarte sollen möglichst viele Autofahrer ermuntert werden, öffentliche Verkehrsmittel für ihren Tiergarten-Besuch zu nutzen. "Dabei können wir auch aus dem Erfahrungsfundus des Berliner Zoos schöpfen", erklärte Tiergarten-Verwaltungschef Dieter Kühnlein.

Wie bei den Besucheranstürmen am Gehege des Berliner Eisbärenbabys Knut im vergangenen Jahr müssen jetzt in Nürnberg Verkehrsplanung und die Infrastruktur im Zoo verbessert werden. Ein neuer Großparkplatz, verdichtete Taktzeiten für die zum Zoo führende Bus- und Straßenbahnlinie und auch mehr Toilettenanlagen sollen helfen, den erwarteten Massenzuspruch zu bewältigen. Außerdem soll Flocke nicht von früh bis spät, sondern abhängig von seinem Zustand nur ein paar Stunden pro Tag zu sehen sein.

Das rund sechs Wochen alte Jungtier macht schon erste Steh-Versuche. "Sie stellt sich kurzfristig schon ein bisschen in den Vierfüßlerstand", erklärte Tierarzt Bernhard Neurohr. Jedoch sei die Kleine noch relativ wacklig auf den Beinen. Bis Flocke laufen kann, werde es noch einige Wochen dauern. Das Jungtier bringt derzeit 4,2 Kilo auf die Waage. Auch Milchzähne schimmern durch das Zahnfleisch. "Es ist alles in guten Bahnen, aber die Gefahr einer Infektion ist immer noch da", sagte Neurohr. Flocke war vor drei Wochen von Mutter Vera getrennt worden und wird von Tierpflegern aufgezogen. 

mm/lby

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