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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post regt sich sehr über Wildbiesler im schönen München auf

SPD-Bundestagsabgeordneter

Florian Post schimpft auf Wildbiesler - und bekommt Gegenwind

München - Der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post hat etwas gegen Wildbiesler und plädiert für mehr Anstand. Nun ist er dabei jedoch etwas über das Ziel hinaus geschossen.

Schon lange lebt der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post (35) in München. In dieser „schönen Stadt“, in der er sich gerne von den politischen Strapazen des Berliner Alltags erholt, wurde Post vor kurzem Zeuge eines unerhörten Szenarios: Ein Wildbiesler, der ungeniert seine Notdurft in einem U-Bahn-Sperrengeschoss verrichtete. Wütend tat Post seine Meinung zu diesem Vorfall auf Facebook kund. Ihm ging es dabei lediglich um Anstand und Manieren.

Seine Facebook-Fans jedoch störten sich weniger an der Pinkel-Aktion als an Posts Wortwahl. Sein Fazit: „Unglaublich, was alles so rumläuft!“ließ seine herablassende Meinung über den Wildbiesler deutlich durchklingen.

„Das ist der Sound der SPD von heute.“ Früher habe es kostenlose „Bedürfnisanstalten“ gegeben: „Heute sind das Profit-Center. Sind es die betuchten Anzugträger, die im Sperrengeschoss ihre Notdurft verrichten? Oder diejenigen, die es sich nicht leisten können, dafür zu zahlen?“ , war der Tenor deines Kommentars, der Post offenbar daran erinnern sollte, dass der offenbar Anstandslose womöglich einfach nicht wusste, wohin. Doch dieses Argument lies Post nicht durchgehen: „Du hast sie doch nicht mehr alle! Wer ins Sperren-Geschoss pisst, ist ein Asozialer! Egal, was er trägt! Anzug oder nicht!“

Harsche Worte für einen respektierten Politiker, der wenig später verkündete: „Ich werde das nicht relativieren!“

Immerhin auch ein bisschen Zustimmung ob der Tat des Wildbieslers konnte er sich erkämpfen. Sogar die Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler schaltet sich ein: „Danke, Herr Post, für Ihre klaren Worte. Sie haben damit so recht: Anstand fängt im Kleinen an.“  Na also, das klingt doch schon ganz anders. Post bedankte sich artig und freut sich, dass er endlich verstanden wurde.

Doch nach Kommentaren wie: „Jetzt pass Du mal auf: wenn jemand in die U-Bahn pisst, dann werde ich das auch künftig als das bezeichnen, was es ist: nämlich asozial! Und wenn mich jemand angreift, bekommt er eine mit. So einfach ist das!“, dürfte auch in den sozialen Netzwerken bekannt sein, dass Florian Post in gewissen Dingen keinen Spaß versteht. Zumindest nicht, wenn man das Sperrengeschoss der, nicht weniger dreckigen, U-Bahn-Toilette vorzieht.

kah

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