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Schäkern mit dem Abgeordneten: Eine Pep-Besucherin und Wolfgang Stefinger.

Flüchtlinge und Gummibärchen

Bundestagsabgeordneter stellt sich den Bürgern

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München - Der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Stefinger diskutiert im Pep in Neuperlach mit Bürgern. Zumindest jenen, die Interesse haben. Meist gibt es nur ein Thema.

Es sind aufwühlende Wochen. Viele Menschen sind wütend auf die große Politik. Wolfgang Stefinger ist Teil dieses Berliner Apparats. Er ist Bundestagsabgeordneter aus dem Münchner Osten – im Einkaufszentrum Pep in Neuperlach trifft er auf den Münchner Alltag. Stefinger hat eine Ausstellung über die Parlamentsarbeit in Berlin hierher geholt. Und wartet jetzt zwischen Saturn und Peek und Cloppenburg auf Interessenten.

Wer überhaupt stehen bleibt, will Dampf ablassen

An den Ausstellungswänden aber bleibt kaum einer stehen. Auch die grauen Grundgesetze und das Faltblatt „Wie wird der Bundestag gewählt?“ finden keinen Absatz. Viele ältere Münchner machen kurz Halt, nehmen sich die praktische Bundestags-Stofftasche und ein paar Gummibärchen – und gehen dann weiter. Aber auch Stefinger findet keine Ruhe. Wer bei ihm stehen bleibt, will nicht informiert werden – sondern Dampf ablassen.

„Ja, mei, es gibt nur noch ein Thema“, sagt ein älterer Herr im Trachtenjanker. „Alle haben das eine Thema“, sagt Stefinger. Es sind, klar, die Flüchtlinge. Stefinger ist ein sehr korrekter, sehr junger Abgeordneter. Er hört sich die Anliegen der Leute geduldig an. Eine Mutter, erzählt er hinterher, habe vorgeschlagen, alle Münchner Schwimmbäder für Flüchtlinge zu schließen. Das kann Stefinger nicht veranlassen – und auch sonst kann er kein Patentrezept fürs Flüchtlingsthema bieten. Mit Aggressionen hat er hier und heute trotzdem nicht zu kämpfen, die Münchner, die noch Interesse haben, mit Abgeordneten zu sprechen, sind offenbar auch sehr freundlich zu ihnen.

Ein Zeichen von Merkel

Stefinger verweist auf die sinkenden Flüchtlingszahlen, erklärt, was Berlin tut. Und geht ein bisserl auf Distanz zur Kanzlerin. „Alle hier“, sagt er und schaut in die Ladenstraße, „finden, dass es ein klares Zeichen von Merkel braucht“. Ein Zeichen also, dass nicht jeder Flüchtling willkommen ist. „Dieses Zeichen“, sagt Stefinger bestimmt, „erwarten wir uns aber auch“.

Ein paar Meter hinter dem Abgeordneten sitzen zwei junge Männer vor einem Flachbildschirm. Sie haben Mützen auf dem Kopf, Smartphones in der Hand, reden türkisch. Auf dem Bildschirm läuft eine Wiederholung des Zweitliga-Fußballspiels Kaiserslautern gegen Sandhausen. Dem Eindruck, dass sich keine jungen Leute zu ihm verirren, widerspricht Stefinger aber. Schulklassen hätten ihn immer wieder besucht. Und ihre Themen mitgebracht. Oft gehe es um die Legalisierung von Haschisch, erzählt er. Im Pep hätten Schüler ihm gesagt, das brauchten sie nun mal – „um runterzukommen“. Was der Abgeordnete geantwortet hat? „Dass es eine Einstiegsdroge ist“, sagt Stefinger. „Und, dass es gscheiter ist, zum Runterkommen Sport zu treiben.“

Ob die Flüchtlingskrise der CSU schadet?

Hier und heute sind die Besucher aber älter – und kennen nur ihr eines Thema. „Es gibt eine große Angst, dass viele Menschen in Deutschland sind, die nicht hierbleiben dürften“, sagt Stefinger. Ob die Flüchtlingskrise dem Ansehen der CSU schadet? Stefinger sagt, die meisten seien eher dankbar für die klare Kante. „Das Motto ist: Ihr seid die einzige Oppositionspartei!“ Tatsächlich sehen die Senioren zufrieden aus, wenn sie nach ihren Gesprächen mit Stefinger weiter einkaufen. Zur Wahrheit gehört aber wohl auch: Es ist nur ein sehr kleiner Teil der Pep-Einkäufer, die ein Interesse an einem Gespräch haben. Das Fußball-Spiel ist mittlerweile zu Ende. Die jungen Männer schlendern von dem Flachbildschirm direkt auf Stefinger zu. Doch dann biegen sie ab zur Rolltreppe. Und fahren hinunter. Zu Mc Donalds.

Felix Müller

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