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Junge Flüchtlinge, alleinstehende Frauen, Familien – sie sind derzeit alle zusammen in der Bayernkaserne untergebracht. Die Grünen fordern eine neue Lösung.

Ehemalige Funkkaserne

Flüchtlingsheim nur für Frauen und Kinder?

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München - Auf dem Gelände der ehemaligen Funkkaserne sollen rund 300 Flüchtlinge Platz finden. Die Münchner Grünen fordern jetzt, dass dort nur Frauen, Kinder und junge Erwachsene unterkommen sollen. Die Regierung von Oberbayern will die Idee prüfen.

Rund 2000 Flüchtlinge sind derzeit in der Bayernkaserne in Freimann untergebracht. Die Einrichtung platzt aus allen Nähten, wird immer mehr zum Brennpunkt. Entlastung bringen sollen ab Mitte August zwei Gebäude auf dem nahen Funkkaserne-Gelände (wir berichteten). Wenn es nach den Grünen geht, sollen hier jedoch nur geflüchtete Frauen, Kinder und junge Erwachsene unterkommen – mit entsprechenden Betreuungsangeboten.

„Man sollte diese Gruppe herausnehmen“, sagt Grüne-Fraktionschefin Gülseren Demirel. In einem Antrag fordert die Ökopartei, dass sich Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beim Sozialministerium und der Regierung von Oberbayern dafür einsetzen soll. In der Bayernkaserne seien derzeit alleinstehende Frauen, Frauen mit Kindern und erwachsene Männer alle „dicht gedrängt, ohne jegliche räumliche Trennung“ untergebracht.

Den Grünen schwebt stattdessen vor, aus der Funkkaserne eine Einrichtung für Frauen, Kinder und junge Erwachsene zu machen, woraufhin die Bayernkaserne zur Einrichtung für erwachsene Männer würde. „Zahlenmäßig müsste das funktionieren“, so Demirel. Wobei man natürlich nie wisse, wie viele Flüchtlinge noch nach München kommen. In der Funkkaserne sollen dann auch männliche und weibliche junge Erwachsene getrennt untergebracht werden. Darüber hinaus fordert die Grünen-Fraktion in der geplanten Einrichtung auf dem Funkkaserne-Gelände Jugendhilfe- und Spielangebote für Kinder. „Wir müssen dort eine Beratungsstruktur anbieten“, so Demirel.

Die Regierung von Oberbayern zeigt sich für die Idee grundsätzlich offen – verweist aber auch auf bisher Geleistetes: Man habe für die besonders sensible Gruppe der allein reisenden Mütter mit Kindern sowie der allein reisenden Frauen bereits seit Oktober 2013 im Haus 18 der Bayernkaserne eine gesonderte Unterbringungsmöglichkeit mit rund 150 Plätzen geschaffen. Auch die ärztliche Betreuung, mehrere Spielplätze, ein Gehege mit Streicheltieren und ein Frauentreff tragen der besonderen Gruppe von Flüchtlingen laut Regierung in besonderem Maße Rechnung. Man wolle aber auch darauf achten, dass „durch eine ausgewogene Belegung die Situation möglichst ruhig ist“. Dazu trage eine Mischung von Männern, Frauen und Familien wesentlich bei.

Schon jetzt regt sich bei Anwohnern der Bayernkaserne teilweise Unmut. Sie klagen über Dreck, betrunkene Flüchtlinge, mehr Delikte. Der Stadt gehen Flächen und Gebäude aus, man hangelt sich von einer Zwischennutzungs-Lösung zur nächsten. „Katastrophale Umstände, die sich immer mehr zuspitzen“, so formulieren es die Grünen.

Für kommende Woche plant die Regierung von Oberbayern einen Runden Tisch mit allen Beteiligten in der Bayernkaserne. Dort soll auch die Grünen-Idee diskutiert werden und gegebenenfalls weitere Vorschläge für diese „sensible Zielgruppe“.

Von Moritz Homann

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