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Klaus Wendler ist selbst als Flüchtlingshelfer aktiv.

Veranstaltungsreihe zum Thema Asyl organisiert

„Flüchtlinge und Helfer sollen zu Wort kommen“

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Hohenschäftlarn - Klaus Wendler hat eine Veranstaltungsreihe zum Thema Asyl organisiert – darunter Vorträge zu Syrien und Muslimen. Der 71-Jährige findet, dass Flüchtlinge „ein Geschenk“ sind.

Er macht sich gern nützlich, lernt gern dazu, netzwerkt und organisiert. Also hat Klaus Wendler eine Veranstaltungsreihe zum Thema Flüchtlinge auf die Beine gestellt.

Der 71-Jährige, der in Hohenschäftlarn (Kreis München) wohnt, hat Elektrotechnik sowie Informatik studiert und sein Leben lang in der IT-Branche gearbeitet. Im Helferkreis Schäftlarn setzt er sich für Geflüchtete ein. „Forum: Flüchtlinge, Helfer und Fluchtgründe – Innenansichten“ heißt die von ihm organisierte Reihe, die am Montag, 14. November, in München beginnt. Wir sprachen mit Wendler über seine Motive.

Die Flüchtlingsdebatte ist allgegenwärtig. Was wollen Sie mit Ihrer Veranstaltungsreihe erreichen?

Das Ziel ist, den politischen Diskurs außen vor zu lassen. Flüchtlinge und Helfer, die im Geschehen drinstecken, sollen zu Wort kommen und berichten, was sie erleben und was sich ändern müsste.

Sie haben einige Referenten gewonnen, die in der Asylszene sehr prominent sind. Wie ging das?

Die Idee zu der Reihe kam mir, als ich einen Vortrag von Adnan Ghazal gehört habe. Der gebürtige Syrer hat in Deutschland studiert und arbeitet in München. Er kennt sich mit der Situation in Syrien sehr gut aus. Dann habe ich weitere Fachleute gefragt, alle haben sofort zugesagt.

Wie kamen Sie selbst zum Helfen?

Ich sammle seit 2014 Spenden für das Albert-Schweitzer-Familienwerk, die ich als Mitveranstalter gewinnen konnte, seit 2016 zusammen mit der Bayerischen Friedensloge. Letztes Jahr habe ich eine Fernsehsendung über ein Flüchtlingsheim gesehen, das Helfer brauchte, und da dachte ich: Tolle Idee – das mache ich auch. So bin ich im Helferkreis Schäftlarn gelandet. Ich betreue eine afghanische Familie mit fünf Kindern.

Welche politische Meinung haben Sie selbst?

Ich finde, dass Kanzlerin Merkel in der Situation letztes Jahr richtig gehandelt hat. Die politische Elite war überhaupt nicht vorbereitet auf das, was kam, und musste dann die Infrastruktur schnell im Nachgang schaffen. Eigentlich sind die Flüchtlinge doch ein Geschenk!

Inwiefern?

Weil uns der Nachwuchs fehlt. Ich glaube zwar, dass unter den erwachsenen Flüchtlingen nicht viele potenzielle Fachkräfte auf dem Niveau dabei sind, wie wir es heute brauchen. Aber von der nächsten Generation werden wir großen Nutzen haben. Die Familie, die ich betreue: Das sind so tolle Jungs, sie können Deutsch, es ist eine Freude, sie zu erleben. Auf diese Generation können wir uns freuen.

So denken nicht alle Bürger dieses Landes...

Klar. Ich diskutiere auch bei jeder Gelegenheit mit Leuten, die meine Position nicht teilen, und manche Gespräche sind sicher vergeblich. Aber wir sollten uns erinnern: Deutschland hat schon alle Einwanderungswellen verdaut. Bis jetzt wurde viel zu wenig darüber geredet, welches Geschenk die Flüchtlinge für die Bundesrepublik bedeuten.

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