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Flüchtlinge in der Bayernkaserne

Erstaufnahmeeinrichtung

Flüchtlingsunterkunft Bayernkaserne schließt zum Jahresende

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München - Ende des Jahres ist Schluss mit der Bayernkaserne: Die Erstaufnahmeeinrichtung wird geschlossen. Ab 2018 soll dort ein neues Quartier mit rund 4000 Wohnungen entstehen.

Die Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne wird zum Jahresende geräumt. Dies teilte Bayerns Sozialministerin Emilia Müller am Freitag mit. Derzeit sind in der Bayernkaserne etwa 1000 Flüchtlinge untergebracht. Sie diente sechs Jahre lang als Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber. Von 2018 an soll auf dem Gelände in Freimann ein neues Quartier mit rund 4000 Wohnungen entstehen. Die Stadt hat das etwa 48 Hektar große Areal 2011 erworben.

Müller dankte der Landeshauptstadt „für die gute Zusammenarbeit“ in den vergangenen Jahren. Anstelle der Bayernkaserne wird nun eine Unterkunft an der Lotte-Branz-Straße als Einrichtung dienen, in denen die Flüchtlinge zur „Kurzaufnahme“ untergebracht sind. Das Gebäude befindet sich in der Nähe des Ankunftszentrums an der Maria-Probst-Straße. In Kurzaufnahmeeinrichtungen werden alle Formalitäten ankommender Flüchtlinge sowie der medizinische Check erledigt. Die Asylbewerber bleiben dort nur wenige Tage.

Kurzaufnahme an der Lotte-Branz-Straße ist Interimslösung

Etwa die Hälfte der derzeit in der Bayernkaserne untergebrachten Personen sind Flüchtlinge zur Kurzaufnahme. Die restlichen rund 500 Asylbewerber sollen auf die Dependancen der Bayernkaserne beziehungsweise andere Gemeinschaftsunterkünfte im Stadtgebiet verteilt werden. Die Regierung von Oberbayern, Betreiber der Erstaufnahmeeinrichtung, will die Zeit bis Jahresende nutzen, um das Prozedere des Umzugs zu regeln.

Die Kurzaufnahme an der Lotte-Branz-Straße soll als Interimslösung dienen. Langfristig möchte der Freistaat diese Einrichtung am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck ansiedeln, wo ebenfalls eine Dependance der Bayernkaserne besteht. Eigentlich wollte das Sozialministerium, dass die geplante Kurzaufnahmeeinrichtung in Fürstenfeldbruck Anfang 2017 ihren Betrieb aufnimmt, also ein nahtloser Übergang stattfindet. Doch die Verhandlungen mit der Stadt Fürstenfeldbruck über das angedachte Konzept ziehen sich in die Länge. Daher ist noch unklar, wie lange das Provisorium an der Lotte-Branz-Straße betrieben wird.

„Mitteilung kam nicht überraschend“

Die Innere Mission, die für die Sozialbetreuung zuständig ist, bedauert die Schließung der Bayernkaserne zum Jahresende. Andrea Betz, bei der Inneren Mission für Flüchtlingshilfe und Integration zuständig, räumte indes ein, mit dieser Entscheidung sei zu rechnen gewesen. „Die Mitteilung kam nicht überraschend“, so Betz. Allerdings sei es traurig, dass ein bestehendes soziales Netzwerk aufgegeben werde. In der Bayernkaserne hätten viele ehrenamtliche Helfer die Flüchtlinge willkommen geheißen. Außerdem habe es ein funktionierendes Familienzentrum gegeben. „Es kamen viele positive Rückmeldungen von Geflüchteten.“

Nicht nachvollziehen kann Betz, dass die Kurzaufnahme nach Fürstenfeldbruck verlegt werden soll. „Das gehört nach München, in die Großstadt“, sagte Betz. Dort würden die meisten Flüchtlinge ankommen, dort bestehe die beste soziale Infrastruktur. „Die Verlegung nach Fürstenfeldbruck ist am Bedarf der Menschen vorbeigedacht“, erklärte Betz. Die Kombination der Kurzaufnahme mit dem Ankunftszentrum wäre hingegen geradezu genial.

Die Zahl der in München ankommenden Flüchtlinge stagniert seit April zwischen 1500 und 1700 pro Monat. Zum Jahresbeginn waren es noch etwa 6500. Die Asylbewerber bleiben aber nicht alle in der Landeshauptsatdt, sondern werden in Oberbayern, in andere Regierungsbezirke und auch in andere Bundesländer verteilt. 

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