Die Kunst mit der Dose ist längst aus der Schmierer-Ecke herausgekommen. In München dürfen die Sprayer bisher hauptsächlich unter Brücken und in Unterführungen ran. foto: haag

Förderung soll verdoppelt werden

München will mehr Graffiti und Street Art

München - Das Kulturreferat der Stadt plant die Förderung für „Street Art“ im kommenden Jahr mehr als zu verdoppeln und will dabei private Hausbesitzer ins Boot holen.

München will in Sachen Graffiti und Street Art aufholen: Während die bunten und oft sozialkritischen Arbeiten in London, Berlin, Wien oder Barcelona längst zum Stadtbild gehören, fristen sie in der Landeshauptstadt immer noch eher ein Nischendasein. Das soll sich nun ändern. 2016 will die Stadt die Fördermittel für Graffiti und Street Art mehr als verdoppeln – von 80.000 Euro in diesem Jahr auf 180.000 Euro im Jahr 2016. Das sieht eine Beschlussvorlage vor, über die heute im Kulturausschuss beraten wird. Die bisherige Fördersumme hat laut Kulturreferat allein für Produktions- und Materialkosten ausgereicht – angemessene Honorare für Künstler, Kuratoren und Organisatoren hätten jedoch gefehlt.

Mit dem zusätzlichen Geld sollen die Aktionen lokaler, aber auch internationaler Künstlerinnen und Künstler gefördert werden. Unter anderem ist geplant, im Rahmen des Projekts „Plusbrasil“ junge Künstler aus München und der Street Art-Metropole Sao Paolo miteinander zu vernetzen. Weiter unterstützen will die Stadt unter anderem die Live-Graffiti-Aktion beim Living Hip-Hop-Jam im Muffatwerk und das Deadline Urban Art Projekt, in dessen Rahmen heuer verschiedene Künstler ein Wandbild auf dem alten Schlachthofgelände realisierten. Die Stadt will der Initiative zusätzliche Flächen auf Brandmauern und in Unterführungen zur Verfügung stellen.

Entgegen einem entsprechenden Antrag der Grünen sind Ausstellungen von Street Art und Graffiti in den städtischen Museen für 2016 nicht geplant. Die einzige Street-Art-Schau in München soll im Februar im Kunstverein Positive Propaganda stattfinden. Dessen Leiter Sebastian Pohl hat schon so renommierte Künstler wie Shepard Fairey, Blu und Ericailcane nach München geholt. Eine institutionelle Förderung soll er dennoch nicht bekommen. Stattdessen will das Kulturreferat den Verein weiterhin projektbezogen unterstützen.

Um Street Art in München zu stärken, will das Kulturreferat künftig auch auf private Eigentümer zugehen, damit diese Fassaden oder andere Flächen zur Verfügung stellen. Schwierig sind dabei nicht nur der Denkmalschutz, sondern auch die meist auf zwei oder drei Jahre befristeten Nutzungvereinbarungen: Viele Hauseigentümer verlangen laut Stadt nach Ablauf dieser Frist, dass die Fassaden wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden, was oft fast ebenso viel kostet wie die Gesaltung der entsprechenden Flächen. Sollten die Nutzungsvereinbarungen nicht verlängert werden, müssten 2017 bzw. 2018 mindestens 20.000 Euro aus dem Fördertopf aufgewendet werden, um die jeweiligen Kunstwerke zu entfernen.

Katharina Mutz

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