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Botschafterin des Friedens: Diana Stachowitz mit einer Laterne.

Gläubige müssen wenn dann zu Fuß heimgehen

Keine offene Flamme in der U-Bahn: Friedenslicht fährt schwarz 

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München - Auch in diesem Jahr dürfen Kerzen mit der Flamme aus Bethlehem nicht in S-Bahn, U-Bahn, Bus und Tram mitgenommen werden. Warum das so ist. 

Wenn diesen Sonntag im Liebfrauendom wieder das „Friedenslicht aus Bethlehem“ empfangen und in die Pfarreien des Bistums ausgesandt wird, dann trübt erneut ein Wermutstropfen die Freude über dieses Symbol: In S- und U-Bahn, Bus und Tram dürfen die Gläubigen das leuchtende Zeichen des Friedens nicht mit nach Hause nehmen. Der Grund sind Sicherheitsbedenken, die der SPD-Landtagsabgeordneten und früheren Münchner Stadträtin Diana Stachowitz übertrieben vorkommen.

Die Friedenslicht-Aktion, 1986 vom Österreichischen Rundfunk ins Leben gerufen , wird von Pfadfinderverbänden getragen. Das Licht wird jedes Jahr im November von einem Kind in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet und anschließend nach Wien gebracht. Von dort aus verteilen es Pfadfinder in ganz Europa. Nach München kommt das Licht traditionell am dritten Adventssonntag, und seine Ankunft im Liebfrauendom wird inzwischen mit einem der größten ökumenischen Jugendgottesdienste im deutschsprachigen Raum gefeiert. Gemeinsam mit zahlreichen jungen Menschen feiern der katholische Weihbischof Wolfgang Bischof, die evangelisch-lutherische Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler und der griechisch-orthodoxe Erzpriester Apostolos Malamoussis die Aussendung des Lichts (siehe unten). 

"In öffentlichen Verkehrsmitteln ist offenes Feuer tabu"

In diesem Jahr soll die Aktion unter dem Motto „Hoffnung schenken – Frieden finden“ ein Zeichen für Gastfreundschaft setzen. Nicht nur aus München, sondern teils bis aus Ingolstadt kämen Gläubige, um ihre Kerzen an dem Friedenslicht zu entzünden und die Flamme nach Hause oder in die heimische Pfarrei, in Krankenhäuser und Altenheime zu tragen, berichtet Stachowitz.

„Tragen“ ist dabei wohl wörtlich zu nehmen, denn in öffentlichen Verkehrsmitteln ist offenes Feuer tabu, und das gilt nach Angaben der Verkehrsunternehmen auch für das Friedenslicht. Bei aller Sympathie für die Idee müsse man berücksichtigen, dass die Züge gerade in der Adventszeit zu voll seien und das Unfall- und Brandrisiko insbesondere im Stammstreckentunnel einfach zu hoch wäre, heißt es übereinstimmend bei S-Bahn und MVG. Lediglich in den Fernzügen erlaubt die Bahn das Friedenslicht – allerdings unter strengen Auflagen, die in einem eigenen Merkblatt aufgelistet sind (siehe unten). So sind keine flüssigen Brennstoffe, sondern nur Wachs- oder Paraffinkerzen erlaubt, und die müssen sich „in einem geschlossenen Metallbehälter oder in einem geschlossenen Glasbehälter befinden, der in einem Metallbehälter steht“. Im Klartext: Die Kerzen müssen in Laternen flackern, die möglichst auch noch auf Sand in einem Metalleimer stehen.

Kleiner Spaziergang anstatt der U-Bahn-Fahrt

So müsse das doch auch in S- und U-Bahn möglich sein, sagt Diana Stachowitz. „Es kommt doch keiner auf die Idee, mit einer offenen Kerze in die U-Bahn zu steigen. Die Leute gehen sorgsam mit diesem Licht um“, betont die Politikerin, die sich schon im Vorjahr für eine Erlaubnis stark gemacht hat. Doch sie musste erkennen, „dass die MVG sich im Tunnel nicht erweichen lässt“. Dabei sei gerade jetzt, da deutsche Soldaten nach Syrien fliegen, die Friedens-Botschaft so wichtig wie lange nicht mehr, gibt Stachowitz zu bedenken. Ihr Rat an alle, die das Symbol des Friedens zu Hause nicht missen möchten: Eine stabile Laterne besorgen „und nicht unbedingt am Marienplatz einsteigen, sondern einen kleinen Spaziergang zu den Außenästen machen.“ 

Peter T. Schmidt

Der Gottesdienst  zur Aussendung des Friedenslichts 

beginnt am Sonntag, 13. Dezember, um 15.30 Uhr im Münchner Liebfrauendom. Informationen zum Friedenslicht aus Bethlehem und zum Merkblatt der Bahn im Internet unter www. friedenslicht-muenchen.de.

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