Frühlingsgefühle am Arbeitsmarkt

München - Gute Nachrichten vom Münchner Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosigkeit geht zurück, die Zahl der offenen Stellen ist hoch. Dennoch plagen den Agenturchef Zukunftssorgen.

In der Stadt kam der Frühling mit einiger Verspätung, auf dem Münchner Arbeitsmarkt hat er dagegen bereits vor etlichen Wochen Einzug gehalten. Wie bereits im Februar ist auch im März die Zahl der Arbeitslosen in München weiter gesunken. In der Landeshauptstadt sind nunmehr 44 421 Menschen ohne Arbeit; das sind 997 weniger als im Vormat. Damit sinkt die Arbeitslosenquote in München um 2,2 Prozent auf noch 6,1 Prozent. Im vergangenen Jahr hatten allerdings noch 1748 Menschen mehr einen Job.

„Wir sind alle überrascht“, sagte Bernd Becking, Geschäftsführer der Münchner Agentur für Arbeit. Normalerweise spüre der Arbeitsmarkt die Frühjahrsbelebung immer erst nach Ostern. „In 2009 kam der Rückgang erst im Mai“, sagte Becking. „Damit setzt eine Erholung viel früher und stärker ein als erwartet.“ Nach seiner Einschätzung sei der Höhepunkt der Arbeitslosigkeit im Januar überschritten worden.

Im gesamten Bezirk der Agentur, zu dem auch der Landkreis München sowie die Kreise Dachau, Ebersberg, Fürstenfeldbruck und Starnberg gehören, sank die Quote auf 5,1 Prozent, bayernweit auf 5,3 und bundesweit auf 8,5 Prozent.

Die Ursachen für die positive Entwicklung sieht Becking zum einen darin, dass die Unternehmen jetzt wieder verstärkt einstellen. Im Gesamtbezirk der Münchner Arbeitsagentur wurden im März 3282 offene Stellen gemeldet. Auch im Vormonat lag die Zahl bereits bei über 3600. Das sei der höchste Stellenbestand seit dem letzten Jahr, analysierte der Agentur-Chef.

Gleichzeitig zeigten die Zahlen aber auch, dass die Unternehmen, die Kurzarbeit angesetzt haben, ihre Mitarbeiter nicht in Arbeitslosigkeit entlassen haben. „Dieses Instrument hat sich also voll bewährt“, so Becking.

Auch für den nächsten Monat ist Becking zuversichtlich, dass die Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen wird. „Nach der Krise ist aber auch vor der Krise“, warnte er. Damit meinte Becking keine erneute Wirtschaftskrise, sondern eine Krise am Arbeitsmarkt, die durch fehlende Fachkräfte verursacht werden könnte. Deshalb sei es „unabdingbar, bestmöglich das Potential aller Menschen im Hartz-IV-System zu erschließen“. Kerstin Lottritz

Rubriklistenbild: © dpa

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