Fünf verletze Passagiere: Ballon gerät außer Kontrolle

Bad Wiessee/Schleching - Was friedlich in luftigen Höhen bei Sonnenschein begann, endete für eine Heißluftballon-Besatzung im Krankenhaus. Eine starke Böe hatte den Ballon bei der Landung erwischt.

­Zusammen mit der Ballonpilotin Stephanie G. lassen Samstagfrüh drei Erwachsene und ein Kind (8) den Bad Wiesseer Boden (Kreis Miesbach) unter sich zurück. Ihre Reise voller idyllischer Eindrücke führt sie entlang der Alpen bis nach Schleching bei Traunstein. "Die Pilotin stand in ständigem Funkkontakt mit dem Begleitfahrzeug", weiß Peter Rie, Organisator der Montgolfiade im Tegernseer Tal.

Gesendet werden positive Signale bis zur Landung im Ortsteil Ettenhausen gegen 12.10 Uhr. Doch kurz nachdem der Korb auf dem Boden aufsetzt, ereignet sich das Unglück: Stephanie G. steigt aus dem Korb, will den Heißluftballon sichern, da erfasst eine Windböe den Ballon. Die heftige Luftbewegung reißt den Korb in die Luft, schleudert ihn mehrmals auf den Boden. Wie die Polizei rekonstruiert hat, gerät die Ballonführerin dabei am Sicherungsseil unter den Korb und wird mehr als 100 Meter mitgerissen. Die vier Passagiere bleiben zwar im Fahrgastkorb, werden jedoch ebenfalls 100 Meter über die Wiese geschleift.

Beim Aufschlag erleiden die Passagiere ­ zwischen acht und 65 Jahre alt ­ leichte bis mittelschwere Verletzungen. Schnelle Rettung kommt aus der Luft. Drei Hubschrauber sind rasch an der Unfallstelle. Auch vier Rettungswagen, Notärzte, die Sanitätseinsatzleitung sowie Feuerwehren und die Bergwacht leisten Hilfe. Drei Patienten werden per Hubschrauber, die anderen im Sanka in die Krankenhäuser Prien und Traunstein eingeliefert.

Als Peter Rie von dem Unglück erfährt, sitzt der Schreck tief. Ein Gespräch mit dem Vater der Pilotin aus München lässt ihn am Samstagnachmittag jedoch aufatmen. "Sie war ansprechbar und wird angeblich am Montag aus dem Krankenhaus entlassen", beschreibt Peter Rie den Zustand der 32-jährigen Zahnärztin. Seiner Ansicht nach hatte sie sich auf keine riskante Fahrt begeben. "Die Bedingungen waren optimal."

Weil sich Stephanie G.s Team nicht rechtzeitig für die Montgolfiade angemeldet habe, sei sie mit "Außenstarterlaubnis" zwischen Rottach-Egern und Bad Wiessee abgehoben. Während ihrer Fahrt seien rund 40 Montgolfiade-Teilnehmer gestartet ­ "und alle wieder heil angekommen". Einen Unfall wie diesen hat Rie seit Beginn des Heißluftballontreffens vor acht Jahren noch nie erlebt.

Einer der verunglückten Passagiere war extra für die Montgolfiade an den Tegernsee gekommen. An die Gedanken während der turbulenten Schleiflandung kann sich Thomas M. nicht erinnern. "Das ging alles viel zu schnell." Den Unfall hat er gut weggesteckt. "Natürlich würde und werde ich noch mal mit einem Ballon fahren", sagt Thomas M. "Das ist sicherer als Autofahren."

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