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Politiker-Derblecken beim Nockherberg 2010.

Lob für’s Neue – und Trauer über verlorene Märchen

München - „Hier rührt sich was“: Die Meinungen über den Nockherberg 2010 waren breit gestreut – Ramsauer nennt Lerchenberg „einfallslos“

Ein neuer Singspiel-Autor und ein neues Double für Münchens Oberbürgermeister Christian Ude – selbst jene Gäste, die auf dem Nockherberg zu den Veteranen zählen, hatten Grund, neugierig zu sein: Ob die Fußstapfen, die Udes ehemaliges Double Uli Bauer hinterlässt, seinem Nachfolger André Hartmann nicht zu groß sind? Muss nun auch auf dem Nockherberg „gecastet“ werden, wo es doch im Fernsehen schon genug Talent-Shows gibt? Das Publikum zeigte sich offen für Neues – auch wenn mancher zu verstehen gab, mit den Neuerungen noch zu fremdeln.

Das Singspiel: Seine Stars und ihre Doubles

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Beispielsweise die TV-Moderatorin Carolin Reiber: „Es ist immer schade, wenn jemand geht, an den man sich über die Jahre gewöhnt hat. Aber jetzt haben wir halt drei Oberbürgermeister, das ist auch nicht das Schlechteste“, sagte sie zum Weggang Uli Bauers und zur Leistung seines Nachfolgers. Begeistert von Bauers Nachfolger Hartmann zeigte sich die Münchner SPD-Vizechefin Claudia Tausend: „Klar, Uli Bauer hat Maßstäbe gesetzt. Aber Hartmann ist ein herausragender Stimmenimitator. Er macht es anders als Bauer, aber genauso gut.“

Als schillernde Figur auf den Nockherberg

Theo Waigel, Ehrenvorsitzender der CSU, beliebte zu scherzen: „Jetzt ist es absolut sicher, dass Franz Josef Strauß im Himmel ist. Das ist pfundig, denn wenn er das Fegefeuer überspringen kann, dann können wir das auch“, kommentierte er Strauß’ Auferstehung im Singspiel.

Die besten Sprüche vom Singspiel am Nockherberg

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Keine eingefahrene Sache

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Regisseur Marcus H. Rosenmüller meinte: „Ich freue mich, dass sich hier was rührt, denn das soll ja keine eingefahrene Sache sein. Außerdem ist es besser, etwas Neues auszuprobieren, statt Angst zu haben, damit zu scheitern“. Ähnlich äußerte sich Ude: „Der Nockherberg lief Gefahr, eine Routinesache zu werden. Dieses Schauspiel war wunderbar, die Darsteller allesamt grandios“. Und Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sagte: „Ich habe herzlich gelacht.“

Das Beste aus der Predigt von Bruder Barnabas

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Ihr Kollege Peter Ramsauer nicht: Er raunzte über die Fastenpredigt, Lerchenberg sei „einfallslos“. Der Nockherberg tauche „langsam aus seiner langen Krise auf. Wobei der Lerchenberg sich als Bremser erweist“. Auch Regierungschef Horst Seehofer grollt, die Predigt sei „keine Sternstunde des Nockherberg“ gewesen. Der evangelische Landesbischof Johannes Friedrich dagegen trauerte den alten Zeiten nach: „Es ist sehr traurig, dass Uli Bauer nicht mehr da ist. Überhaupt hat mir der märchenhafte Charakter, den das Singspiel früher hatte, immer sehr gut gefallen.“

Von Bettina Stuhlweissenburg

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