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Nach den gewaltsamen Ausschreitungen rund um das Amateur-Derby im Grünwalder Stadion will die Münchner Polizei ihr Einsatzkonzept neu ausrichten.

Nach Ausschreitungen beim kleinen Derby

Polizei: "So kann es nicht weitergehen"

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München - Nach den gewaltsamen Ausschreitungen rund um das Amateur-Derby im Grünwalder Stadion will die Münchner Polizei ihr Einsatzkonzept neu ausrichten.

„Fest steht, dass es so nicht weitergehen kann“, sagte Sprecher Thomas Baumann. „Es wird von Derby zu Derby schwieriger, die Lage unter Kontrolle zu halten.“ Die SPD-Stadtratsfraktion forderte die Polizei in einem Antrag auf, zusammen mit den Vereinen ein neues Konzept gegen Ausschreitungen bei Fußball-Spielen zu entwickeln: „Eine Stadtgesellschaft darf sich nicht gefallen lassen, dass eine kleine Minderheit von Fußball-Hooligans sich so aufführt“, sagte Fraktionschef Alexander Reissl.

Die Viertliga-Partien zwischen den zweiten Mannschaften des FC Bayern und des TSV 1860 gelten seit Jahren als Risikospiele mit Gewaltpotential. Auch am vergangenen Dienstag gab es 13 Festnahmen, 400 Beamte waren im Einsatz (wir berichteten).

Die SPD bezieht sich in ihrem Antrag vor allem auf die Vorkommnisse im Vorfeld des Spiels auf dem Viktualienmarkt. Dort hatten sich mehrere hundert Bayern-Anhänger getroffen, um gemeinsam zum Stadion zu fahren. Dabei fackelten sie zahlreiche Bengalos ab und hinterließen ein Scherbenmeer. Aus Angst um ihre Stände schlossen viele Marktfrauen frühzeitig. „Die Polizei kam erst gar nicht und hat dann nur zugesehen“, kritisierte Elke Fett, Sprecherin der Marktfrauen, vergangene Woche in unserer Zeitung.

Auch Löwen-Fans hatten auf dem Weg vom Candidplatz in Richtung Grünwalder Stadion Pyrotechnik abgebrannt. „Das hat ein ungekanntes Ausmaß angenommen“, sagt Baumann. In den Fan-Gruppen liefen auch vermummte Personen mit. Als „ungemein irritierende Entwicklung“ bezeichnet das Baumann. Der SPD schwebt vor, dass sich die Polizei mit Stadtverwaltung und Vertretern der Fußballvereine sowie Fanprojekten zusammensetzt, um ein neues Konzept zu entwickeln. „Es geht nicht darum, alle Fußball-Fans zu kriminalisieren - die meisten von ihnen legen kein so unsportliches Verhalten an den Tag“, betont Stadträtin Ulrike Boesser. Man müsse aber gegen eine „kleine Gruppe Hooligans“ vorgehen, die immer wieder Unfrieden stifte.

Laut Polizei-Sprecher Baumann laufen bereits Gespräche mit dem bayerischen Innenministerium. Er verweist darauf, dass es auch beim Frankenderby vergangene Woche zwischen Fürth und Nürnberg zu massivem Einsatz von Bengalos gekommen war. „Wir müssen überlegen, wie man das verhindern kann.“ Treffen hunderter Fans im Vorfeld eines Spiels zu verbieten, hält die Polizei für rechtlich schwer umsetzbar. Natürlich sei denkbar, so Baumann, auch am Viktualienmarkt noch mehr Beamte einzusetzen. Klar sei aber: „Das kostet alles Geld.“ Vielleicht müsse man künftig auch der Öffentlichkeit die Kosten solcher Polizeieinsätze klarer kommunizieren.

Angelo Rychel

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