Ziel Maximilianeum: Gabriele Weishäupl bei der offiziellen Bekanntgabe ihrer Landtagskandidatur. foto: kurzendoerfer

Gabriele Weishäupl: „Meine Leidenschaft galt immer der FDP“

München - Jetzt hat sie es offiziell bekannt gegeben: Bei einer Pressekonferenz erklärte Münchens Ex-Tourismuschefin Gabriele Weishäupl, warum sie für die FDP in den Landtag will.

Gabriele Weishäupl hat eine klare Botschaft mitgebracht. Die ehemalige Wiesn-Chefin sitzt in der Landeszentrale der FDP am Rindermarkt, vor ihr eine Reporterschar. Die Journalisten sind gekommen, weil Weishäupl ihre Landtagskandidatur für die Freidemokraten (wir berichteten) bekannt geben möchte. Der Verwunderung vieler Beobachter, denen sie bisher nicht als überzeugte Liberale aufgefallen war, will Weishäupl entgegentreten. Dafür muss ihr Lebenslauf herhalten. Schon während ihres Studiums in den 1960er Jahren, so Weishäupl, habe sie sich mit John Locke befasst und sich dabei dem Liberalismus theoretisch angenähert. Seitdem habe sie das Thema nie mehr losgelassen: „Meine Leidenschaft galt schon immer dem liberalen Gedanken und der Ordnungspolitik der FDP.“

Weishäupls Leidenschaft blieb auch Wirtschaftsminister und FDP-Spitzenkandidat Martin Zeil nicht verborgen. Er kenne sie seit vielen Jahren als Wiesn-Chefin, so Zeil. „Im Oktober sind wir am Rande der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit ins Gespräch gekommen. Schnell ging es um die Frage einer politischen Zusammenarbeit.“ Weishäupl habe spontan „Ja“ gesagt. In den Führungsgremien habe er nur wenig Überzeugungsarbeit leisten müssen. Einhellig sei beschlossen worden, Weishäupl bei der Delegiertenkonferenz am Samstag für den aussichtsreichen Listenplatz 9 aufzustellen.

Die in Umfragen unter der Fünf-Prozent-Hürde dümpelnden Freidemokraten setzen im Wahlkampf auf den Bekanntheitsgrad Weishäupls, die von 1985 bis April 2012 Münchner Tourismuschefin war. „Es ist wichtig, dass starke Frauen auf unserer Liste vertreten sind“, sagte die Münchner Landtagsabgeordnete Julika Sandt unserer Zeitung. „Weishäupl wird Stimmen holen, sie ist ein Zugpferd.“

Punkten will Weishäupl im Wahlkampf nicht nur mit mit den Themen Tourismus und Mittelstandsförderung. Die 65-Jährige bezeichnet zudem den demographischen Wandel als ein Anliegen: „Ich will Frauen ermutigen, auch im höheren Alter noch zu arbeiten.“ Mit Kritik gegen ihren langjährigen Vorgesetzten und baldigen Wahlkampfgegner, Oberbürgermeister Christian Ude (SPD), hielt sich Weishäupl zurück: „Wir haben immer professionell zusammengearbeitet.“ Dennoch nannte sie Themen, bei denen sie als Liberale nicht mit der rot-grünen Stadtregierung übereingestimmt habe. So sei sie gegen den Plan der Stadt gewesen, eine Bettensteuer einzuführen. „Das wäre eine weitere Steuer im Hochsteuerstaat gewesen“, findet Weishäupl. Auch habe sie sich mit ihrem Vorschlag nicht durchsetzen können, das Tourismusamt zu privatisieren.

Den klassischen Marktplatz-Wahlkampf, so viel lässt Weishäupl noch durchblicken, will sie eher nicht führen: „Ich weiß nicht, ob ich Luftballons verteile. Ich werde eine PR-Linie entsprechend meinen Fähigkeiten entwickeln.“ Dem Liberalismus ist sie gestern noch einen Schritt näher gekommen: Bisher parteilos, reichte sie ihren Mitgliedsantrag für die FDP ein.

Angelo Rychel

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