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Christian Springer hat den ignoranten Fahrradfahrern in München etwas zu sagen. 

„Das ist Irrsinn“

Kabarettist Christian Springer schreibt Brandbrief, damit Münchens Radl-Rambos gestoppt werden

Der Kabarettist Christian Springer hat einen Brandbrief geschrieben. Darin richtet er sich an die vernünftigen Fahrradfahrer und bittet sie, mit den Radl-Rambos zu reden. Denn auf Autofahrer und Fußgänger hören die „Zweirad-Idioten“ nicht. 

„Liebe Münchner Radler,

STOPPT die Radl-Rambos! Radlfahrer sagen, Radfahren ist schön, umweltfreundlich und in München sogar schneller als Autofahren. Das kann sein. Aber Radfahrer sind rücksichtslos, ignorant und gefährlich. Darüber sprechen sie aber nicht. Ich bin Autofahrer. Es kommt höchst selten vor, dass ich ohne sperriges Gepäck unterwegs bin: Plakate, Kostüme, Bücherkartons. Das hat am Rad keinen Platz. Aber die Wahrheit ist: Ich kann nicht Radfahren. Ich war zwölf Jahre alt, als ich das erste Mal auf ein Radl stieg, aber da war es zu spät. Alle anderen fuhren seit Jahren geschickt auf ihren zwei Rädern, ich war der Depp. Und habe mich natürlich geschämt, vor aller Kinderaugen zu üben. Die Folge: Noch heute kann ich mich nicht sicher durch den Verkehr bewegen. Und ich habe Angst. Es gibt tödliche Unfälle mit LKWs. Beinahe-Crashs mit Taxis. Aber ich habe Angst vor Radfahrern. Und das mit Recht. In Bayern gibt es jedes Jahr über 14.000 verletzte Radfahrer im Verkehr. An fast zwei Dritteln der Unfälle sind aber die Radfahrer schuld. Das ist Irrsinn.

Ich lebe in München in einer Straße mit einer perfekten Verkehrssituation: Auf beiden Seiten breite Gehwege, auf beide Seiten breite Radwege. Wenn ein aussteigender Beifahrer seine Türe öffnet, ist das egal, denn ein Grünstreifen trennt Auto und Radler. Die meisten halten sich an die Regeln: Autofahrer fahren auf der Straße, Fußgänger gehen am Gehweg. Aber die Radler fahren, wo sie wollen, nur nicht am Radweg. Alle? Nein. Aber leider fast alle. Ich habe innerhalb eines halben Jahres zwei Fußtritte gegen Auto und Spiegel bekommen, einmal weil ich ein Kleinkind einer Bekannten aus dem Kindersitz gehoben habe, und das dem Flitzeradler nicht schnell genug ging. Wüsteste Beschimpfungen zähle ich längst nicht mehr. Beschimpfungen meist deshalb, weil ich da fahre, wo ich fahren muss: Auf der Straße.

Ich bin sicher kein heiliger Autofahrer und habe auch schon mal einen Radlweg blockiert (fast NIE..), mea culpa, aber ich gelobe Besserung. Vernünftige Gespräche von Münchner Radl-Rambos und Autofahrern sind nicht möglich. Ich weiß aus vielen Gesprächen, dass inzwischen auch viele normale Radfahrer völlig genervt sind von den Zweirad-Idioten. Radlfahrer! Redet mit den Radl-Rambos! Vielleicht hören sie wenigstens auf Rad-Kollegen. Sagt, sie sollen sich benehmen. Denn sie sind Verkehrsteilnehmer wie alle anderen Fußgänger, Autofahrer, Mopedtreter oder Bobbycar-Piloten.

Und, liebe Stadt München, tu was! Wenn sich die Situation nicht bessert, brauchts halt ein Nummernschild fürs Radl. Eine Bekannte von mir hat ein Pferd am Land. Für den Ausritt braucht das Pferd ein Nummernschild. Das ist zwar Irrsinn, aber sollte auch für Großstadt-Radler gelten - wenn es überhaupt nicht mehr geht. Und es geht nicht mehr. So lerne ich nie Radlfahren. 

Nix für ungut, 

Christian Springer, Ihr Kabarettist und bekennender Nicht-Radlfahrer“

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Eine Liste mit sieben Dingen, die wir tun müssen, um als Radler in München zu überleben.

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