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Helmut R. spricht in seinem Gastbeitrag über seinen früheren Beruf als Trambahnfahrer.  Er möchte nicht erkannt werden, daher zeigen wir ihn nicht von vorne und haben seinen Namen geändert.

Teil 2 unserer Serie

Münchner Ex-Tramfahrer packt aus: Der Job hat mich fertig gemacht

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Helmut R.* war knapp 20 Jahre in München als Tram- und Busfahrer unterwegs. Im zweiten Teil unserer Gastbeitrags-Serie erzählt er, warum der Beruf für ihn irgendwann unerträglich wurde. 

Viele Jahre lang habe ich unzählige Trambahnen und Busse durch den Verkehr in München gesteuert. Das Datum, an dem ich meinen Dienst beendet habe, weiß ich auch nach vier Jahren noch genau. Mit dem Trambahnfahren habe ich heute nichts mehr am Hut. Ich habe zu viele negative Dinge erlebt. Ich arbeite jetzt woanders, weil mich die Schichten im wahrsten Sinne des Wortes zerlegt haben. Bei der MVG habe ich in drei verschiedenen Schichten gearbeitet, jeden Tag eine andere Dienstzeit, jeden Tag ein anderer Ort, an dem der Dienst beginnt.

Die Schichtarbeit ist das Schlimmste

Wenn man dann mal nicht schlafen kann, aber zu hundert Prozent konzentriert sein muss, merkt sich das Körper. Das hat irgendwann Folgen. Dann kamen bei mir die Problemchen. 

Das Schlimmste an meinem Job ist die Schichtarbeit. Wir sind 24 Stunden unterwegs. Die Straßenbahnlinien fahren ja fast alle die ganze Nacht durch. Feiertag, Samstag oder Sonntag – das gibt es halt nicht bei uns. 

Ich konnte zwar Wünsche äußern, die gehen aber nur zu 80 Prozent in Erfüllung. Manchmal machen die Fahrer auch Überstunden– man kann ja nicht nach 38,5 Stunden das Fahrzeug einfach irgendwo stehen lassen. Geregelte Arbeitszeiten gibt es in einer Großstadt wie München nicht.

Von dem Gehalt kann man in München nicht leben

Mit dem Lohn, den die Straßenbahnfahrer jetzt im Tarifvertrag erhalten, ist es außerdem fast nicht mehr möglich, in München zu überleben. Klar kommen zu dem Grundgehalt noch Zulagen für Feiertage, Nachtarbeit und Wochenende (Anmerkung der Redaktion: Das Grundgehalt eines MVG-Fahrers liegt bei rund 2200 Euro brutto). Aber wenn man Familie hat, will man auch nicht immer am Wochenende arbeiten.

Es gibt viele Menschen, die würden den Job sehr gerne machen. Aber nicht zu diesen Bedingungen. Ich würde auf keinen Fall mehr in den Job zurückgehen. Ich habe jetzt geregelte Arbeitszeiten und am Wochenende frei. Endlich wieder an Feiertagen frei – das kannte ich gar nicht mehr. Das ist wie ein neues Leben für mich.

Im ersten Teil der Serie ermahnt der Trambahnfahrer Helmut R. die verwöhnten Münchner Fahrgäste

*Dies ist ein Gastbeitrag von Helmut R. (52, Name von der Redaktion geändert); protokolliert von Vanessa Fonth

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Lesen Sie auch: Stress im Job wird immer weniger zur Ausnahme als zum Regelfall in der Arbeitswelt. Laut einem Forschungsprojekt gibt es elf Faktoren, die krank machen.  

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