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Margot B. (94) hat Angst um ihre Wohnung.

Weil sie zu laut sein soll!

GBW droht Margot (94) mit Rauswurf

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München - Die GBW will eine 94-Jährige aus der Wohnung werfen. Grund: Die alte Dame soll zu laut sein. Doch die Familie wehrt sich vehement.

Eine echte Schwabingerin - das ist Margot B. (94) ohne Frage. Seit 1969 lebt die Rentnerin nun schon in der Rheinstraße - in einer 74-Quadratmeter-Wohnung der GBW. Aber jetzt hat die pflegebedürftige Seniorin Angst, dass sie ihr Daheim verlassen muss. Warum? Weil sie zu laut ist.

Kein Scherz! Zwei Mietparteien in dem hellhörigen Haus haben sich angeblich beschwert, dass die Dame mit ihrem Rollator zu viel Lärm mache. Zudem rufe sie manchmal nachts. Und daher hat die GBW als Vermieter der 94-Jährigen nun einen Brief geschrieben. Der Tenor: Margot muss leiser sein - sonst muss sie raus!

Margot B. leidet unter beginnender Demenz

Bernd B. kümmert sich um seine pflegebedürftige Mutter.

Darf man einer 94-jährigen, kranken Dame drohen, sie aus den eigenen vier Wänden zu schmeißen? Margot leidet unter einer beginnenden Demenz, zweimal am Tag kommt ein Pflegedienst zu Besuch und versorgt die Seniorin. Den Rest der Zeit ist meist Sohn Bernd B. da, der sich liebevoll um die Mama kümmert.

Und der ist sauer: „Es ist doch respektlos, so etwas zu fordern“, schimpft er. „Meine Mutter hat die höchste Pflegestufe. Natürlich hört man in diesem alten Haus mal ihren Rollator, wenn sie zur Toilette geht. Manchmal ruft sie nachts auch ‚Hallo‘. Aber ich höre ja auch die Kinder im ersten Stock spielen und habe mich noch nie beschwert.“ Zur Erklärung: Der Bau hat sogenannte Holzbalkendecken – also keinen dichten Beton. Anwohner bestätigen, dass man „fast alles hört im Haus“.

Sohn: „Sie wird hier gut versorgt“

Ins Pflegeheim will Bernd B. seine Mutter nie bringen. „Das würde denen von der GBW sicher gefallen, dann könnten sie die Wohnung teurer weitervermieten. Aber nicht mit uns. Meine Mutter will hier in ihrem Zuhause bleiben und sie ist hier ja auch gut versorgt.“ Die Miete wird immer pünktlich überwiesen – genau 826 Euro im Monat. Nie hat man sich etwas zu Schulden kommen lassen.

Dennoch hat die Familie Angst vor einem Rauswurf. „Der Arzt gibt Mama jetzt etwas Beruhigendes“, so der Sohn. „Aber kein starkes Medikament - ich werde ja meine Mutter nicht betäuben, damit sie keinen stört.“ Margot bewegt sich nämlich gern, führt auch gerne noch ein Pläuschchen.

Vier Jahre ist es her - da starb der geliebte Ehemann der Seniorin. In der Rheinstraße. Der Sohn ist sich sicher: „Diese Wohnung ist seit 47 Jahren Teil meiner Mama. Sie hier rauszuschaffen - das würde ihr das Herz brechen.“

Armin Geier

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