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Die Stadt hat  ihren "Gesamtplan" vorgestellt.

Eine Übersicht

Geflüchtete in München: Was die Stadt jetzt zur Integration plant

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Rund 21 500 Geflüchtete hat München seit 2012 aufgenommen. Nun legt die Stadt den „Gesamtplan zur Integration“ vor. Fazit: Es läuft gut – auch weil München einiges anders macht, als der Freistaat es vorsieht.

München - Von den zigtausenden Geflüchteten, die von 2012 bis 2016 in München ankamen, sind 21 541 geblieben – das entspricht einer Kleinstadt wie Puchheim (Kreis Fürstenfeldbruck). Welche Integrationsangebote gibt es – und wo sind noch Lücken? Diesen Fragen widmet sich der erste „Gesamtplan zur Integration von Flüchtlingen“, über den am 6. März der Stadtrat beraten will.

„Wir vertreten eine unterschiedliche Auffassung zur Linie des Freistaats“, stellte Sozialreferentin Dorothee Schiwy (SPD) gestern klar. „Wir realisieren Integration ab Tag eins: Auch Menschen mit geringer Bleibeperspektive sollen hier gut ankommen.“ In den Jahrzehnten vor 2012 kamen bereits rund 24 000 Geflüchtete in die Stadt. Seither wächst ein dichtes Netz an Angeboten – dank der Stadtpolitik, den Initiativen der Bürger und den finanziellen Ressourcen. Der Bericht, den das Sozialreferat gemeinsam mit Verbänden und Institutionen erarbeitet hat, definiert fünf Handlungsfelder.

Unterbringung: In Asylunterkünften leben rund 8500 Menschen. Weiter ausgebaut werden sollen Einrichtungen für Gruppen wie Homosexuelle oder Frauen. Bewährt hat sich laut Schiwy, dass die Stadt deutlich mehr Asylsozialberater finanziert als staatlich vorgesehen.

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Bildung: Rund die Hälfte der Geflüchteten ist jünger als 25 Jahre. Bürgermeisterin Christine Strobl (SPD) zufolge haben sich Angebote für Kinder in Unterkünften bewährt, ebenso wie Kitas zum Reinschnuppern. Eltern sollen systematischer beraten, die Schulsozialarbeit ausgebaut und eine zweijährige Orientierungsstufe gegründet werden.

Beratung: 2017 wurde das „Bildungserstclearing“ eingeführt, bei dem der Bildungsstand festgestellt wird. Dieses soll noch stärker verankert werden. „Das ist der Schlüssel zum Erfolg“, so Strobl, „damit Jugendliche nicht zufällig, sondern passgenau in den Angeboten landen“ – etwa in Übergangs- oder Berufsintegrationsklassen.

Arbeitsmarkt: Von den 11 000 Geflüchteten ab 25 Jahren haben rund 70 Prozent eine Aufenthaltserlaubnis, dürfen also uneingeschränkt arbeiten und gefördert werden. Anders als der Freistaat, so Schiwy, wolle die Stadt aber auch Geflüchtete mit geringer Bleibeperspektive in Arbeit vermitteln. „Auch, weil wir Fachkräfte brauchen“ – etwa Pfleger. Die Hürden sind hoch: Bei den Geflüchteten, die bei der Arbeitsagentur gemeldet sind, seien „der Bildungsstand und die Qualifikationen im Schnitt sehr niedrig“, so der Bericht. Ein Drittel habe keinen Schulabschluss, ein Drittel sei nicht lateinisch alphabetisiert, rund die Hälfte könne noch keinerlei Deutsch. Die Qualifikationen deckten sich „wenig“ mit der Nachfrage am Arbeitsmarkt, der öffentlich zu finanzierende Qualifizierungsbedarf sei „immens“. Qualifizierungsmaßnahmen sollen nun weiter ausgebaut werden.

Wohnen: Ein Hauptproblem sind die „Fehlbeleger“ in den Unterkünften: Rund 2830 Geflüchtete sind anerkannt und dürften ausziehen. Von den 13 600 Münchnern, die Anspruch auf eine Sozialwohnung mit der höchsten Dringlichkeit haben, sind Schiwy zufolge rund 600 Haushalte von Geflüchteten. Sie möchte das Programm „Wohnen für alle“ ausbauen, bei dem 3000 Wohnungen auf Mindeststandard für Geflüchtete und Wohnungslose entstehen. Die städtischen Baugesellschaften hätten ihr Soll von 1500 Wohnungen quasi erfüllt. Der weitere Ausbau hänge auch sehr von privaten Bauträgern ab.

Andrea Betz von der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege sprach sich nachdrücklich dafür aus, bewährte Angebote zu verstetigen. Der Gesamtplan sei eine „gelungene Grundlage“ für die weitere Arbeit. Ob Integration aber gelinge, „das entscheidet die Zivilgesellschaft“.

Auf der Homepage der Stadt München können Sie selbst einen Blick in die Stadtratsvorlage „Gesamtplan zur Integration von Flüchtlingen“ werfen.

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