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Beliebter Treffpunkt während der Sommermonate: Am Vater-Rhein-Brunnen fand heuer der Kulturstrand statt.

BA lehnt Standort ab

Anwohner gegen den Kulturstrand am Vater-Rhein-Brunnen

München - Nach der Bürgerversammlung des Bezirks Altstadt-Lehel (wir berichteten) hat nun auch das zuständige Stadtteilgremium den Kulturstrand am Vater-Rhein-Brunnen abgelehnt.

Dies beschloss der Bezirksausschuss (BA) mit knapper Mehrheit während seiner jüngsten Sitzung. Die SPD votierte geschlossen dagegen, die CSU war gespalten, die Grünen sprachen sich für den Kulturstrand aus. Im Stadtrat wurde die Entscheidung zuletzt auf Anfang 2016 vertagt.

Der Kulturstrand soll nach einem Vorschlag des Kreisverwaltungsreferats (KVR) von 2016 bis 2018 an einen Veranstalter vergeben werden und in diesem Zeitraum am Vater-Rhein-Brunnen stattfinden.

Standort ist mittlerweile unumstritten

Bisheriger Ausrichter waren die Urbanauten, die das Kulturprojekt 2005 auch ins Leben gerufen haben. Es fand in diesem Sommer regen Zuspruch. Die Veranstaltung dauerte gut drei Monate. Am Vater-Rhein-Brunnen wurde Sand aufgeschüttet. Das Areal säumten Bars und Stände. DJs legten auf, es gab Live-Konzerte – und auch andere kulturelle Rahmenveranstaltungen. Obwohl der Stadtrat noch Klärungsbedarf bei Vergabekriterien und Vergabeturnus sieht, dürfte der vom KVR empfohlene Standort am Vater-Rhein-Brunnen unumstritten sein.

Gegner: Zweifelhafte Tradition soll etabliert werden

Im BA wurde hingegen kontrovers diskutiert. Vor allem der Vorschlag des KVR, den Standort auf drei Jahre hinaus festzuzurrren, stieß auf Kritik. Die Gegner des Kulturstrandes wandten ein, dass hier versucht werde, eine zweifelhafte Tradition zu etablieren. Der geplante Standort nahe der Isar sei schon immer Rückzugs- und Erholungsraum der Münchner gewesen. Dazu bedürfe es keines Kulturstrandes, dessen Programm auch nicht so viel Kultur beinhalte.

Lesen Sie hier: Kulturstrand - Bürgerversammlung fordert Verbot

Die Befürworter des Kulturstrandes widersprachen dem entschieden. Norbert Weigler resümierte für die Grünen-Fraktion: „Wir haben unseren Frieden mit dem Standort gemacht.“ Es habe in diesem Sommer so gut wie keine Beschwerden gegeben und das Programm sei eindrucksvoll gewesen. Philippe Louis (Grüne), direkter Anwohner, bestätigte, dass der Lärm überhaupt keine Rolle gespielt habe. Der Grünen-Politiker verwies überdies genau wie seine CSU-Kollegin Carolin Heiter-Dieses auf das familienfreundliche Programm des Kulturstrandes.

Vergabepraxis zu intransparent

Kritisiert wurde indes vom BA, dass andere Bewerber als die Urbanauten offenbar keine Chance auf einen Zuschlag hätten. Das Vergabeverfahren müsse transparenter werden. Auch die Drei-Jahres-Regelung am Vater-Rhein-Brunnen missfiel dem Bezirksausschuss in seiner Gesamtheit. Norbert Weigler regte an, alternativ über den Standort Marienhof nachzudenken.

Klaus Vick

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