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Ihm werden Chancen ausgerechnet

Schlagbauer-Nachfolge: Theiss will Parteiamt

München - Georg Schlagbauer hatte viele Ämter. Jetzt werden Nachfolger gesucht. Als Handwerkskammer-Präsident, als Präsident des Handwerkskammertags, als Wiesn-Stadtrat. Und: Als CSU-Chef im Kreisverband 1 in der Stadtmitte.

Hier hatte Schlagbauer, 44, bis zu seinem Rücktritt von allen Ämtern seine Machtbasis. Von hier aus wollte er ein weiteres Amt erklimmen: das als Landtagsabgeordneter. Jetzt zeichnet sich ab, wer das Parteiamt übernehmen könnte. CSU-intern haben Nicola Mayerl, 42, und der Stadtrat Hans Theiss, 38, ihren Hut in den Ring geworfen. Theiss werden die besseren Chancen eingeräumt. 

Bei einer Ortsvereinsvorsitzenden-Runde unter Moderation von Münchens CSU-Chef Ludwig Spaenle haben sich nach Informationen unserer Zeitung sechs Ortsvereine für Theiss ausgesprochen, nur drei für Mayerl. Und: Man entschied sich, die Wahl am 27. Juli stattfinden zu lassen, nicht erst im Herbst. Mayerl hätte sich größere Chancen ausgerechnet, wenn mehr Zeit für parteiinterne Überzeugungsarbeit gewesen wäre. Für den Arzt Theiss sollen sich viele positionieren, die zuvor Schlagbauer unterstützt hatten. Wie er soll Theiss in den Landtag streben. Mayerl hingegen betont Unterschiede zu Schlagbauer. „Mir geht es um einen anderen Stil“, sagt sie. „Ich will niemanden ausgrenzen.“ 

Dass in der Partei von einem Konflikt Konservative (Mayerl) gegen Liberale (Theiss) die Rede ist, versteht sie nicht. „Das trifft den Konflikt aus meiner Sicht überhaupt nicht“, sagt Mayerl. Sie übrigens will nicht in den Landtag. „Ich sehe mich eher im Stadtrat.“ Hans Theiss wollte sich gestern auf Nachfrage nicht äußern.

mm

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