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Jürgen F. muss eine geringe Geldstrafe zahlen.

Gericht verhängt geringe Strafe

Busfahrer fuhr Frau tot - nun muss er zahlen

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München - Wegen eines tödlichen Unfalls steht ein Busfahrer vor Gericht. Aufgrund seines Verhaltens nach dem Unglück kommt er relativ glimpflich davon.

Hätte er die ältere Dame sehen müssen? Hätte er früher bremsen können? Hätte er irgendwas anders machen können?

Diese Fragen stellte sich MVG-Busfahrer Jürgen F. (56, Name geändert) nach dem 3. November 2015 viele Male. An jenem Tag war er gegen 14.55 Uhr in der Irmonherstraße links abgebogen und hatte eine Seniorin gerammt, die unachtsam die Straße überquerte. Mit schlimmen Folgen: Christel S. (79†) starb eine Woche später an ihren schweren Kopfverletzungen. Busfahrer Jürgen F. musste am Montag vor Gericht: Er wurde wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

"Es ist Fall, über den man nicht gerne entscheidet. Denn es ist eine Tragödie geschehen", sagte der Richter. Christel S. war noch fit und rüstig. Kurz vor dem Unfall hatte sie sich aber nicht umgeschaut und lief einfach auf die Straße. "Die Sonne stand tief. Ich konnte sie nicht sehen", sagte Jürgen F., der 32 Jahre lang Bus fuhr - "das schaffe ich jetzt nicht mehr."

Vom Busfahrer zum Fahrkarten-Kontrolleur

Inzwischen hat er sich zum Fahrkarten-Kontrolleur umschulen lassen. "Sie hätten sich mit Ihrer Hand gegen die Sonne abblenden oder sich mehr nach vorne beugen können", warf ihm die Staatsanwältin vor. Sie sagte aber auch: "Das Opfer trägt eine Mitschuld." Und lobte: "Es ist Ihnen hoch anzurechnen, dass Sie sich mit den Angehörigen getroffen haben."

Jürgen F. schaut traurig. Er kann es nicht mehr ändern: Christel S. starb, obwohl er noch voll bremste. Seine Verteidigerin Regina Rick sagte: "Der Vorwurf der Fahrlässigkeit ist nicht bewiesen." Verurteilt wurde der Busfahrer trotzdem: Er muss 2250 Euro Geldstrafe zahlen und jetzt mit seiner Schuld leben. Der Richter sagte aber: "Es ist eine Strafe an der alleruntersten Grenze." Und fügte hinzu: "Wenn man abbiegt, muss man immer besonders aufpassen. Was dem Angeklagten passiert ist, kann jedem passieren."

Andreas Thieme

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