+
Jack P. (65) ist nach den Einbrüchen mittlerweile in der Psychiatrie untergebracht.

Seniorin seitdem verängstigt

Vor Gericht: Er brach dreimal bei Seniorin ein

  • schließen

München - In den Gerichtssaal hat sich Anna G. (93) nicht mehr getraut. Zu groß war die Belastung für die Seniorin – und zu groß ihre Verwirrung nach den Vorfällen im Winter 2014. Gleich dreimal wurde bei ihr in Haar eingebrochen.

Mit Jack P. (65) stand gestern der Täter vor Gericht. „Ich habe sie zufällig auf der Straße getroffen und bat um fünf Euro“, sagt er. Die Seniorin sträubte sich, gab dann aber nach. Zum Dank verfolgte Jack P. sie und drängte sie in ihre Doppelhaushälfte. Wochen später, am 5. Dezember, der nächste Vorfall. „Ich habe ihren Garten gepflegt. Dabei hab ich die Terrassentür aufgebrochen“, gesteht P. „Beim ersten Mal habe ich nur Münzen mitgenommen. Etwa 70 Euro. Beim zweiten Mal auch. Da waren es 80 Euro. Ich wusste, dass sie das Geld selbst braucht.“ Trotzdem erschreckte er die Seniorin bis ins Mark. Und sagte am Montag: „Ich möchte mich für die entstandenen Schäden und die Unannehmlichkeiten entschuldigen. Mein Handeln war respektlos.“

Statt Anna G. kam ihre Nichte Tanja (Name geändert): „Meine Tante war immer sehr resolut“, sagt sie. „Nachdem ihr Mann gestorben ist, lebte sie zwanzig Jahre allein und war nie ängstlich. Aber seit den Einbrüchen ist alles anders.“

Anna G. lebt seit September im Heim – weil sie sich daheim nicht mehr sicher fühlte. Jack P. ist in der Psychiatrie untergebracht. Richter Anton Winkler wird am Freitag entscheiden, ob er dort bleiben muss.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Per Mausklick zum Rausch
Hubert Halemba ist Vize-Chef im Münchner Rauschgift-Dezernat. Die Frage der Legalisierung ist für ihn nur ein kleiner Teil des Problems. Größere Sorge bereiten Halemba …
Per Mausklick zum Rausch
Der Hilferuf einer Uroma
Eine Kleinanzeige, oft sind das nur zwei knappe Zeilen. Doch hinter ihnen verbirgt sich manch spannende Geschichte. Zum Beispiel die einer Uroma, die bei dem Versuch …
Der Hilferuf einer Uroma
Oktoberfest: So reagieren Stadt, Polizei und Wirte auf die Anschläge
Nizza, Berlin, London – und nun Barcelona. Die Welt wird immer öfter von furchtbaren Lkw-Attentaten erschüttert. München hat im Vorfeld der Wiesn reagiert: Der …
Oktoberfest: So reagieren Stadt, Polizei und Wirte auf die Anschläge
Dem Terror entkommen: Diese Münchner erlebten den Anschlag in Barcelona 
Münchner berichten, wie sie in Barcelona den Anschlag erlebten – einige waren nicht weit vom Ort der Tat entfernt.
Dem Terror entkommen: Diese Münchner erlebten den Anschlag in Barcelona 

Kommentare