Gericht entscheidet über Disziplinarstrafe gegen Amberger Landrat

Regensburg/Amberg - Nach den Betrugsvorwürfen gegen den Amberger Landrat Armin Nentwig (SPD) muss das Regensburger Verwaltungsgericht über eine mögliche Disziplinarstrafe entscheiden. Trotz der Anschuldigungen kandidiert der Sozialdemokrat erneut als Landrat des Kreises Amberg-Sulzbach.

Ein Justizsprecher bestätigte am Montag, dass das Disziplinarverfahren inzwischen dem Verwaltungsgericht vorgelegt worden sei. Nentwig werde nun zu den Anschuldigungen angehört. Danach wollen die Richter in einem Prozess feststellen, ob der 64-Jährige eine Disziplinarstrafe erhält oder mit keinen weiteren Sanktionen rechnen muss. Bei dem von Nentwig gegründeten und geführten Verein "Schädel-Hirn-Patienten in Not" war es zu Abrechnungsmanipulationen gekommen.

Gegen den ehemaligen Landtagsabgeordneten war vor mehr als einem Jahr ein Strafbefehl wegen Betrugs und Untreue erlassen worden. Nentwig hatte daraufhin 15 200 Euro Strafe bezahlt. Er hatte Fehler eingeräumt, die Geldstrafe aber als zu hoch bezeichnet. Er hatte den Strafbefehl aber dennoch akzeptiert. Bei der Kommunalwahl am 2. März kandidiert der Sozialdemokrat erneut als Landrat des Kreises Amberg-Sulzbach.

Nach Informationen der Tageszeitung "Der Neue Tag" (Weiden) hat die für die dienstrechtlichen Ermittlungen zuständige Landesanwaltschaft Bayern eine geringe Kürzung der Bezüge Nentwigs wegen eines minderschweren Falls vorgeschlagen. Dazu wollten sich aber weder das Gericht noch die Landesanwaltschaft äußern. Ein Termin für das Verfahren gegen Nentwig steht noch nicht fest.

dpa

Auch interessant

Kommentare