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Gericht sagt Verhandlung mit Aktionskünstler Wolfram Kastner ab. Der Grund: Personalmangel.

Personal fehlt: Gericht sagt Verhandlung ab

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Justitia in Nöten: Weil kein Protokollführer verfügbar war, hat das Amtsgericht München eine Gerichtsverhandlung kurzfristig abgesagt. 

Eigentlich hätte sich der Aktionskünstler Wolfram Kastner am Freitag vor dem Amtsgericht München verantworten müssen: „Gemeinschädliche Sachbeschädigung in Tateinheit mit Störung der Totenruhe“ wirft ihm der Staatsanwalt vor, weil Kastner Hand an das Denkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen ehemaligen Angehörigen der Bayerischen Eisenbahntruppe an der Dachauer Straße gelegt hat. Doch ob Kastners Aktion wirklich so frevelhaft war, dass der Staat sie mit 3150 Euro Geldstrafe ahnden muss, bleibt bis auf Weiteres offen. Am Donnerstagnachmittag habe die Richterin den Termin abgesagt, weil sie keinen Protokollführer finde, teilte Kastner mit.

„generelle Unterbesetzung“

Im sogenannten Servicebereich des Gerichts, aus dessen Personal auch die Protokollführer kommen, gebe es eine „generelle Unterbesetzung“, bestätigte Richterin Susanne Stotz am Freitag auf Nachfrage. Dazu kämen „Ausfälle wegen Krankheit, Rente, Ruhestand, Urlaub und Fortbildung“. Es sei jedoch „die absolute Ausnahme“, dass deswegen bereits terminierte Sitzungen abgesetzt werden, so Stotz. „In diesen seltenen Ausnahmesituationen“ dokumentierten die Richter den Gang der Hauptverhandlung schon einmal selbst mittels Diktiergerät.

„Wenn nicht zeitgerecht abgeladen werden konnte“, so Stotz weiter, werde den geladenen Zeugen „im Einzelfall“ Entschädigung gewährt.

Aufgeschoben bedeutet aber nicht aufgehoben. Die Causa Kastner wird neu zur Verhandlung terminiert werden. Kastner hatte im Februar 2015 aus der Denkmals-Inschrift „Sie starben für Deutschlands Ruhm und Ehre“ fünf Bronzebuchstaben entfernt. Zu lesen war danach „...für Deutschlands Unehre“. Er habe die Buchstaben dem Verteidigungsministerium geschickt und eine Änderung oder Kommentierung dieses irreführenden Satzes vorgeschlagen, berichtet der Künstler. „Von Trauer um die sinnlos Hingeschlachteten und von Frieden wollte man dort nichts wissen, sondern brachte die Buchstaben für die Geschichtsfälschung nach einiger Zeit wieder bombenfest an.“

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