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Geschafft! "Jetzt wird die S-Bahn pünktlicher"

München - Für die Münchner S-Bahn war es ein Wochenende der Superlative - obwohl im Münchner Westen Stillstand herrschte. Der DB-Regionalbereichsleiter verspricht: "Jetzt wird alles besser!"

In Pasing installierten 300 Bahn-Mitarbeiter für 130 Millionen Euro ein neues elektronisches Stellwerk — eines der größten in Deutschland. „Jetzt wird alles besser“, versprach DB-Regionalbereichsleiter Volker Hentschel am Montag im Hauptbahnhof. „Bahn und S-Bahn werden pünktlicher und zuverlässiger.“ Und auch die Fahrgäste, die regelmäßig mit der S-Bahn unterwegs sind, hoffen, dass der Begriff „Stellwerksstörung“ in Zukunft ein Fremdwort ist. Aber ganz so rosig wird es wohl doch nicht auf Münchens Schienen: „Bei der Menge an Fahrten, die wir täglich zu bewältigen haben, können wir nicht ausschließen, dass auch künftig mal eine Weiche klemmt“, relativierte Bahnsprecher Franz Lindemair den Optimismus gestern. 1060 Fahrten müssten die S-Bahnen täglich bewältigen, etwa 6000 Regionalzugfahrten finden am Tag in Bayern statt. Nicht zuletzt, weil die Bahn damit rechnet, dass der Verkehr künftig noch zunehmen wird, hat sie für 130 Millionen Euro das Stellwerk in Pasing modernisiert – eines der größten in Bayern.

Von Freitagabend bis Dienstagmorgen dauerte die Inbetriebnahme der elektronischen Anlage, die wie berichtet fünf alte Relais-Stellwerke aus den 50er- und 60er-Jahren ersetzt: „Das elektronische Stellwerk regelt den Verkehr effektiver“, erklärte Volker Hentschel, Produktionsleiter bei der Deutschen Bahn. So könnten die Züge nun schneller hintereinanderfahren, wodurch sie pünktlicher würden. „Aber mit einer Einzelmaßnahme können wir nicht alles richten.“ Bis Jahresende will die Bahn zudem ein Relais-Stellwerk am Ostbahnhof umbauen und zwei Rechner an der Donnersberger Brücke so synchronisieren, dass der eine automatisch hochfährt, wenn der andere ausfällt. Bislang muss der Reserverechner händisch eingeschaltet werden. „Die Stammstrecke funktioniert mit jedem weiteren Schritt besser“, sagte Hentschel, „aber ein technisches System wird irgendwann mal eine Panne haben.“

Nahezu pannenfrei verliefen dagegen die Inbetriebnahme des Stellwerks sowie der Schienenersatzverkehr: Allein am Samstag – dem Tag mit dem größten Verkehrsaufkommen an diesem verlängerten Wochenende – transportierten 180 Ersatzbusse auf 1550 Fahrten 60 000 Passagiere. „Das Gesamtkonzept ist aufgegangen. Wir haben von Reisenden-Lenkern wie Fahrgästen positive Rückmeldungen bekommen“, sagte Frank Hole, der für die Koordination des Schienenersatzverkehrs zuständig ist. Sogar Räder konnten transportiert werden – obwohl die Bahn zuvor angekündigt hatte, dass das nicht möglich sei. Um Konflikte zu vermeiden, hatte die Bahn vorsorglich vier Lkw in petto, die jene Drahtesel beförderten, die in die Busse nicht mehr reinpassten.

Hilfsbereit und kompetent waren auch die Reisenden-Lenker: „Wenn Sie oben eine Hundertachzig-Grad Drehung machen, stehen sie schon vor dem Eden-Hotel“, erklärte eine junge Dame am Hauptbahnhof in fließendem Englisch. Mit Brille auf der Nase und orangener Bauarbeiter-Weste wirkte sie wie eine Literaturstudentin, die sich fachfremd etwas dazuverdienen will. Der Eindruck täuschte nicht: „Wir haben das Personal bei einer Agentur eingekauft, und darunter sind viele Studenten. Davon profitieren wir, weil sie mehrsprachig sind und auch den Touristen weiterhelfen können“, sagte Koordinator Frank Hole. Dass die erteilten Auskünfte auch den Weg zum Hotel umfassten, war zwar nicht beabsichtigt, aber kam an: „Die Touristeninformation in Deutschland ist sehr gut“, erklärte das spanische Ehepaar – und machte sich auf zum Eden-Hotel.

Von Bettina Stuhlweissenburg

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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