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„Wir wollen uns der modernen Stadtgesellschaft öffnen.“CSU-Neu-Stadträtin Ulrike Grimm (51)

Frauen ziehen in Stadtrat ein

Gestatten: Weiblich, jung, CSU

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München - Die CSU-Fraktion ist momentan von älteren Männern geprägt, das wird sich jetzt ändern: Mehrere junge Frauen ziehen in den Stadtrat ein.

Sie sind Teil der modernen Großstadt-CSU – und wollen sich jetzt in der Lokalpolitik profilieren. Wie man sich durchsetzt, hat Ulrike Grimm schon früh gelernt. Um Schneiderin zu werden, wollte die heutige CSU-Politikerin in jüngeren Jahren die deutsche Meisterschule für Mode in München besuchen. Sie fiel durch die Aufnahmeprüfung, wollte sich das aber nicht gefallen lassen – und verklagte die Schule. Ohne Anwalt. Die Schule nahm sie schließlich auf, und Grimm wurde Schneidermeisterin.

Jetzt zieht die 51-Jährige als Vorsitzende der Münchner Frauenunion in den Münchner Stadtrat ein. Und sie bringt Verstärkung mit: Mit ihr und ihren neuen Mitstreiterinnen steigt der Frauenanteil der Rathaus-CSU immerhin auf ein Drittel. „Die Frauen sind auf der CSU-Liste nach vorne gehäufelt worden“, freut sich Grimm. Sie selbst hat es von Listenplatz 40 auf Rang 26 geschafft – und bringt neue junge Frauen in den Stadtrat mit.

Eine von ihnen ist die 33-jährige Kristina Frank. Als Juristin hat sie eine steile Karriere hingelegt: Studium in München, Jakarta und Sydney, dann Referentin im Landtag, Rechtsanwältin, Staatsanwältin, Richterin. Und jetzt: Stadträtin. Dafür reduziert Frank ihren Beruf als Richterin um die Hälfte. „Meine juristische Karriere steht damit natürlich still“, sagt sie. Dafür kann die politische Fahrt aufnehmen.

Über Freunde fand Frank mit 16 Jahren den Weg in die Junge Union in Obermenzing. Dort draußen, vor Josef Schmids Modernisierungskur, war die CSU von Vereinen und Stammtischen geprägt. „Da musste ich mich erst einfinden“, sagt Frank. Besser wurde es, als sie sich dann im Ortsverband Neuhausen und in der Frauenunion engagierte. Auch im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg wird Frank von nun an sitzen.

Eine ihrer Mitstreiterinnen im Stadtrat ist die 34-jährige Sabine Pfeiler. Die Bald-Stadträtin studierte Diplominformatik und Business Administration, seit 2009 arbeitet sie selbstständig als Beraterin – und kann sich die Zeit deshalb einteilen. Auch sie kam über Freunde zur CSU, mauserte sich dann zur Chefin des Ortsverbands Perlacher Forst. Jetzt geht es in den Stadtrat.

In der Stadtpolitik will Pfeiler sich unter anderem für den Individualverkehr einsetzen. „Der Radweg an der Rosenheimer Straße ist entsetzlich“, sagt sie. „Der Erziehungsgedanke der Grünen muss aufhören“, pflichtet Frank bei. Die Richterin will sich verstärkt beim Thema Sport einmischen – als großer Fußball-Fan, der sie ist.

Dass es die Frauen in den Stadtrat geschafft haben, ist auch Ausdruck des neuen Kurses, den die CSU eingeschlagen hat: modern, liberal, großstädtisch. „Wir wollen uns der modernen Stadtgesellschaft öffnen“, sagt Grimm. Weg von Stammtischen und Hinterzimmern. „Die CSU hat schon vor einiger Zeit gemerkt, dass man da auch die Zusammensetzung anpassen muss“, sagt Frank. Das heißt unter anderem: Mehr Frauen.

In der Stadt, da sind sich die drei einig, merke man als Frau in der CSU keine Nachteile mehr. „Auf dem Land ist das vielleicht noch anders“, räumt Grimm ein. In der Stadt hingegen sagten ihr viele, dass sie bewusst die CSU-Frauen wählen würden. „Schließlich haben wir in der CSU auch eine Frauenunion und keine Männerunion“, sagt Grimm und grinst.

Aber auch wenn sie als Frauen in der CSU keine Probleme mehr haben – Neulinge im Stadtrat sind sie trotzdem. „Der Wahlkampf geht jetzt innerhalb der Partei weiter“, sagt Frank. Jetzt müssen sie sich durchsetzen, profilieren, Bekanntheit erlangen. Erstmal steht aber das erste Abenteuer an: Die konstituierende Sitzung des Stadtrats am Freitag.

Darauf bereiten sie sich jetzt vor – und auf die kommende Zeit im Stadtrat. „Ein älterer Kollege meinte, so drei Jahre lang müsse man sich da schon reinfinden“, sagt Grimm. Sie wolle deshalb jetzt erstmal lernen – und sich nicht die Finger verbrennen.

Moritz Homann

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