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Ein Surfer stürzt sich in die Fluten.

Gewagter Ritt - Surfen in der Isar

München - Die Isar führt nach den Regenfällen vom Samstag Hochwasser - für Surfer eine Verlockung, Experten warnen allerdings vor den Gefahren.

Die Großstadtsurfer haben wieder ihren Spaß. Nach den starken Regenfällen am Samstag packten viele ihre Brettln aus und wagten sich nahe der Reichenbach- und Corneliusbrücke in die Fluten der Isar. Auch Kajakfahrer waren in den braunen Wassermassen zu beobachten.

Wegen des vielen Regens hatte sich die Isar am Wochenende in einen reißenden Fluß verwandelt: Das Wasserwirtschaftsamt maß in der Nacht von Samstag auf Sonntag am Pegelhaus unterhalb des Friedensengels einen Wasserstand von 2,85 Meter - Hochwasser der Alarmstufe 1, der harmlosesten von insgesamt vier Stufen.

Gewagter Ritt - Surfen in der Isar

Gewagter Ritt - Surfen in der Isar

Allerdings rät die Münchner Wasserwacht dringend davon ab, es den Surfern gleichzutun: „Das sind Profis, die obendrein Neoprenanzüge gegen das kalte Wasser tragen“, sagt Heinz Effenberger. Er empfiehlt, sich die ganze Woche über von der Isar fern zu halten - es dauere eine gewisse Zeit, bis der Wasserstand wieder gesunken sei. Besonders Kinder und Hunde, die im seichten Wasser spielen, seien gefährdet. Sie könnten von der Flut mitgerissen werden. Zudem könne man sich am Treibgut verletzen - Äste und Baumstämme, die die Unwetter am Donnerstag in die Fluten gepeitscht hatten.

„Die Isar ist ein tückischer Fluss“, sagt Effenberger. So gebe es Sandbänke am Flaucher, wo die Isar völlig harmlos ausschaue, aber nur wenige Meter weiter könne es eine starke Strömung geben. Besonders gefährlich seien die Wehre, wo eine Wasserwalze selbst gute Schwimmer nach unten ziehen könne - und sie erst Kilometer weiter leblos wieder freigebe. „Wer baden will, soll das im See machen.“

Kläranlagen und Kanalisation mit Wassermenge überfordert

Marion Duschl vom Wasserwirtschaftsamt bestätigt das. Zwar sei der Pegel am Sonntag, 17 Uhr, wieder unter die kritische Marke von 2,40 Meter gefallen, aber noch immer würden 235 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Isar hinunterrauschen - zuviel für sorglosen Badespaß: „Während der Hitzewelle Anfang Juli sind nur 45 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Isar hinuntergeflossen. Das ist schon ein großer Unterschied.“

Außerdem sei die Isar bei Hochwasser verunreinigt und nicht keimfrei: Kläranlagen und Kanalisation könnten die enorme Wassermenge nicht verkraften, weshalb Wasser aus der Kanalisation in die Isar fließe. „Ich rate dringend davon ab, derzeit in der Isar zu baden.“

Erst Anfang Juni waren bei Hochwasser insgesamt drei Menschen in der Isar ertrunken, ein zweieinhalbjähriges Kind sowie ein 30- und ein 40-jähriger Mann.

Bettina Stuhlweissenburg

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