Gewerkschaft kritisiert Klinikleitung

München - Jetzt hat sich auch der Marburger Bund zur Finanznot der Münchner Kliniken geäußert. Das Fazit: Die Krise sei absehbar gewesen. Politiker fordern indes einen Bericht über die Lage.

Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) wirft der Leitung der städtischen Kliniken in Zusammenhang mit dem Finanzdebakel vor, die Schritte für einen Sanierungsplan zu spät in die Wege geleitet zu haben. Bereits Mitte August hätten die Aufsichtsratsmitglieder der Gewerkschaft einen konkreten Sparplan gefordert, die Klinikleitung habe aber nicht reagiert. Die kritische Entwicklung sei „absehbar“ gewesen, erklärte Klaus-Martin Bauer, Chef des MB Bayern am Freitag. Nun dürfe man der Situation „nicht mit fantasielosen Personalkürzungen oder Tarifabsenkungen begegnen“.

Politiker im Münchner Stadtrat wollen indes mehr Transparenz in der Klinik-Krise. FDP und Linke fordern von Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne) bereits am 29. September einen Bericht zur aktuellen Lage und Zukunft der städtischen Kliniken.

Die „Misere“ werde „teuer für den Münchner Steuerzahler“, deshalb sei es „das Mindeste“, dass das zuständige Gesundheitsreferat Bericht erstatte, erklärte FDP-Fraktionschef Michael Mattar. Der Stadtrat müsse die Ursachen für das Defizit von bis zu 43 Millionen Euro erfahren. Zudem sollen die strategische Neuausrichtung der Kliniken und die Personalpläne genau dargelegt werden.

Darüber hinaus will Stadtrat Orhan Akman (Linke) wissen, welche Alternativen es zur Gründung eines Billiglohn-Tochterunternehmens gibt. Eine solche Servicegesellschaft für mehrere hundert Reinigungs-, Wäscherei- und Küchenmitarbeiter hatten Klinikleitung und Politiker zuletzt diskutiert. Von einem Einsparpotenzial von maximal 1,9 Millionen Euro ist die Rede. Die Kliniken wollten sich „auf dem Rücken ihrer Beschäftigten gesund sanieren“, kritisierte Akman. Die Beschäftigten litten aber bereits „seit Jahren unter enormen Belastungen und der Arbeitsverdichtung“.

Rubriklistenbild: © dpa

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