Auch dieses Haus am Karl-Preis-Platz wird saniert. fkn

Gewofag: Energiesparen für 600 Millionen

München - Mehr als 5000 Münchner Wohnungen werden bis 2020 energetisch saniert. Die Wohnungsbaugesellschaft Gewofag will 600 Millionen Euro ausgeben, um den Energieverbrauch in ihren Alt- und Neubauten zu senken. Auf die Bewohner sollen „moderate Mieterhöhungen“ zukommen.

Sie ist Münchens größte Vermieterin: Die Gewofag, 92-prozentige Tochtergesellschaft der Stadt München, nennt rund 30 000 Wohnungen an der Isar ihr eigen. Doch viele davon sind mittlerweile in die Jahre gekommen. Drei Viertel der Gebäude wurden zwischen 1928 und 1982 errichtet – zu einer Zeit, als die Worte Klimaschutz und Energieeffizienz noch nicht in aller Munde waren. Viele der Häuser sind nur äußerst mangelhaft gedämmt.

Das will die Gewofag grundlegend ändern – und scheut dabei auch nicht die immensen Kosten. Insgesamt 600 Millionen Euro wird die Gesellschaft in den kommenden zehn Jahren für mehr Energie-Effizienz hinblättern. 200 Millionen Euro sollen in die Sanierung der Altbauten fließen, 400 Millionen werden für energieeffiziente Neubauten ausgegeben.

Das Geld will die Gewofag größtenteils aus Eigenmitteln aufbringen – aber auch das Stadtsäckel wird belastet: Die Landeshauptstadt verzichtet bis 2020 auf insgesamt 160 Millionen Euro, die die Gewofag ansonsten als Gewinnausschüttung an die Stadt abführen würde. Auch die Mieter werden an den Kosten beteiligt. Die Gewofag verspricht jedoch moderate Mieterhöhungen. „Sie werden weit unter dem bleiben, was der Gesetzgeber in solchen Fällen erlaubt“, sagte eine Sprecherin. Außerdem würden die Mieter ja von den Maßnahmen profitieren. Sie könnten sich auf niedrigere Heizkosten und höhere Lebensqualität freuen.

Der Startschuss fällt schon im März dieses Jahres in Ramersdorf. Dort werden 75 Wohnungen an der Balan- und Chiemgaustraße saniert. Im Herbst 2010 beginnen dann die Arbeiten in knapp 400 weitere Wohnungen in Ramersdorf und 437 Wohnungen in Berg am Laim. In den neun Jahren danach sind umfangreiche Sanierungen in Neuhausen, Sendling, Giesing, Laim und Harlaching geplant.

Die Bauarbeiten fallen freilich von Haus zu Haus unterschiedlich aus. Die Gewofag möchte vor allem alte Nachtspeicheröfen durch energiesparendere Heizsysteme – vorzugsweise Fernwärme – ersetzen. Darüber hinaus wird an der Dämmung gefeilt: In vielen Häusern werden Fenster ausgetauscht, oder, falls es der Denkmalschutz zulässt, Dämmplatten angebracht. Auch viele Dächer sollen energetisch saniert werden. Die Mieter müssen sich während der Arbeiten auf Einschränkungen gefasst machen.

Mit der Effizienz-Offensive hofft die Gewofag, in den Häusern den Bedarf an Primär-Energie um bis zu 60 Prozent zu senken. Auch der CO2-Ausstoß reduziere sich dadurch erheblich, hieß es.

Johannes Patzig

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