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Nun geht auch der Sympathieträger leer aus: Giovane Elber war das Aushängeschild der Dinnershow.

Do Brazil

Giovane Elbers Dinnershow ist pleite

München - Der Veranstalter von „Do Brazil“ sieht sich als Opfer der Wirtschaftskrise und will selbst Insolvenzantrag stellen

"Do Brazil" ist pleite. Giovane Elbers Dinnershow, die seit dem 9. Oktober im Spiegelzelt an der Friedenheimer Brücke läuft, sollte eigentlich bis zum 22. Februar stattfinden. Nun hat der Veranstalter, die mtp Entertainment GmbH, "ab sofort" den Spielbetrieb eingestellt. Die Firma will selbst den Insolvenzantrag einreichen. "Alles andere wäre unverantwortlich gegenüber den Mitarbeitern und Lieferanten", sagte mtp-Geschäftsführer und Produzent Thorsten Küppers. Für Kunden, die Karten für künftige Veranstaltungen gekauft haben, werde an Lösungen gearbeitet.

Schuld an den finanziellen Schwierigkeiten, in denen seine eigens für "Do Brazil" gegründete GmbH steckt, trage die allgemeine Finanzkrise. Die Firmenbuchungen seien massiv eingebrochen, viele Unternehmen hätten ihre Weihnachtsfeiern gestrichen - wodurch der Dinnershow ein Drittel des erwarteten Umsatzes flöten gegangen sei. Sie hätten mit 24 000 verkauften Tickets gerechnet und nur 16 000 abgesetzt. Und weil die Show im ersten Jahr laufe, "konnten wir uns auch noch kein Fett anfressen", sagt Küppers. Dagegen ist etwa Schuhbecks "Teatro" etablierter und breiter aufgestellt.

Doch kein Mitarbeiter müsse sich um seine Bezahlung sorgen, so Küppers. Zwar befinde sich die Firma mit einigen Gehältern im Rückstand, doch diese seien über das Insolvenzausfallgeld gesichert. Leer ausgehen dürfte jedoch die Giovane-Elber-Stiftung, die in Brasilien ein Kinderheim betreibt. Ihr sollte pro verkauftem Ticket ein Euro als Spende zufließen. Aber Richard Schrade von der Stiftung sagt seufzend, da könne man nichts machen, er vertraue Elber und Küppers - für die Finanzkrise könnten die beiden eben auch nichts.

Und der Ex-Fußballstar selbst? Er habe bereits freiwillig auf sein Honorar verzichtet, sagt Küppers, den eine Freundschaft mit dem Brasilianer verbindet.

Unter der Rezession haben auch andere Dinnershows zu leiden. So sagt Gaby Hildenbrandt vom "Teatro", dass auch bei ihnen weniger Weihnachtsfeiern stattgefunden hätten. Bislang hätten sie 18 000 Karten verkauft, was aber "ganz ordentlich" sei, da die Show noch bis April laufe. Dagegen hatte "Witzigmann & Roncalli Bajazzo" schon vor einem Jahr Pleite gemacht.

Hildenbrandt glaubt, dass "Do Brazil" "einfach zu teuer" war. Samba-Prinzessinnen aus Brasilien, der Star-Tenor Edson Cordeiro und Essen vom Drei-Sterne-Koch Dieter Müller: Es sollte die spektakulärste Dinnershow Münchens sein - und auch die mit der meisten Exotik, Erotik und Lebensfreude. An die vier Millionen Euro steckten darin, hieß es zu Beginn. Bernhard Appelius, der bei "Do Brazil" die Öffentlichkeitsarbeit leitete, glaubt, die Geschäftsführung habe "zu blauäugig" gewirtschaftet. "Die sind einfach immer von den positivsten Erwartungen ausgegangen." Und er beklagt, dass die Verantwortlichen die Mitarbeiter nicht informiert und ihnen Honorare "vorenthalten" hätten. Trotzdem bewundert er den Mut der Veranstalter. Auch Küppers sagt: "Wir haben es wenigstens versucht."

Christine Ulrich

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