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Nachteil einer Großstadt: Unter der Erde ist Platz, aber oberirdisch finden die Stadtwerke kaum Areale für die nötigen Technikgebäude.

Glasfaser-Ausbau stockt

Münchner Problem: Zu wenig Platz für die schnellen Kabel

Die Breitband-Pläne der Stadtwerke drohen ins Stocken zu geraten: Für den Ausbau des Glasfasernetzes braucht es Knotenpunkte, und für die ist in München nur schwer ein Platz zu finden.

München - Die Welt wird immer digitaler, das Internet hält zunehmend Einzug ins Privat- und Berufsleben. Doch die Digitalisierung benötigt sichere, stabile und immer leistungsfähigere Netze, um den wachsenden Datenverkehr zu bewältigen. Während alle nach schnellem Internet rufen, stoßen die Stadtwerke München (SWM) bei der Glasfaser-Erschließung auf Probleme.

Händeringend sucht man nach geeigneten Standorten für die notwendigen Knotenpunkte. Denn man kann das Netz erst planen, wenn der Knotenpunkt feststeht. Und erst im Anschluss daran kann auch die Leistung für den tatsächlichen Bau des Netzes ausgeschrieben und vergeben werden.

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Stadtwerke und Bezirksausschuss können sich nicht einigen

Verdeutlichen lässt sich das Problem am Beispiel Berg am Laim. Dort hatten die Stadtwerke nach langer Suche ein Areal am Schwanhildenweg für ihren Knotenpunkt gefunden. Dem Bezirksausschuss allerdings war der Standort ein Dorn im Auge. Ausgerechnet am Rosenheimer Bahndamm wollten die Stadtteilpolitiker die dafür geplante drei mal neun Meter große Hütte nicht haben. Nun hat der Bezirksausschuss Alternativstandorte vorgeschlagen. Ob einer davon infrage kommen könnte, ist noch unklar.

„In der ersten Projektphase innerhalb des Mittleren Rings konnten die Knotenpunkte auf Grundstücken der Stadtwerke oder in U-Bahnhöfen erstellt werden“, erläutert Stadtwerke-Sprecher Michael Solic. Vor allem in den Katakomben der U-Bahnhöfe fand sich immer ein Raum, in dem Verteilerschränke und andere Technik untergebracht werden konnten. Je weiter der Ausbau jedoch in die Außenbezirke kommt, desto dünner wird das Angebot an SWM-eigenen Grundstücken und Gebäuden.

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Viele Hürden bei Suche nach geeigneten Standorten

Gemeinsam mit dem Kommunalreferat suchen die Stadtwerke nun nach geeigneten Standorten auf städtischen wie privaten Arealen. Doch im Detail tun sich Hürden auf: Der Mindestabstand zu Grenzflächen, der Schutz des Baumbestandes, Stadtgestaltung, einzuhaltende Baulinien und vieles mehr verbieten die Nutzung der meisten Flächen. Außerdem brauchen die Stadtwerke für Planung und Bau jedes einzelnen Technikgebäudes eine Baugenehmigung gemäß geltendem Baurecht und zur Standortsicherung muss ein Vertrag mit dem jeweiligen Grundeigentümer abgeschlossen werden.

Zur Frage, wie solche Anlagen genau aussehen und wo schon welche stehen, halten sich die Stadtwerke bedeckt. Da Knotenpunkte generell als verletzbare Stellen der digitalen Infrastruktur gelten, ist Öffentlichkeit nicht gern gesehen. Nur so viel verrät Sprecher Solic: „Die Knotenpunkte sind kleiner als eine Garage, aber größer als die grauen Telekom-Verteilerkästen.“

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Noch nicht alle Verträge fixiert

Für die derzeitige zweite Ausbauphase des Münchner Glasfasernetzes seien einige Standorte noch nicht durch Verträge gesichert, räumt Solic ein. „Bei den meisten fehlt noch die Baugenehmigung.“ Die Stadtwerke setzten aber alles daran, das Ausbauvolumen und alle vorgesehenen Hausanschlüsse ans Glasfasernetz wie geplant verwirklichen zu können. 

is zum Jahr 2021 sollen 70 Prozent aller Münchner Haushalte mit Glasfaser erschlossen sein. Ein Zeitplan, der nur zu halten sein wird, wenn die Stadtwerke mit der Grundstückssuche vorankommen.

Carmen Ick-Dietl

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