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Leuchtendes Beispiel aus Wien: In der österreichischen Hauptstadt sind anlässlich des Eurovision Song Contests, der Regenbogenparade und des „Life Ball“ auch schwule und lesbische Paare auf den Ampeln abgebildet.

Signal der Toleranz zum CSD

Schwule Ampelmännchen für 10.000 Euro - CSU dagegen

München - München bekommt zum Christopher Street Day (CSD) schwule Ampelmännchen und lesbische Ampelfrauen. Das hat der Kreisverwaltungsausschuss am Dienstag gegen die Stimmen der CSU-Fraktion beschlossen.

„Vienna is different“ heißt es in einem Werbeslogan der österreichischen Hauptstadt – Wien ist anders. Für ihre Toleranz und Weltoffenheit sei die Stadt bekannt, heißt es häufig. Kombiniert mit dem berühmten Wiener Schmäh und einer Portion Selbstironie gedeihen in der österreichischen Hauptstadt Kunst und Kultur, aber auch verrückt-liebevolle Ideen. Anlässlich des Eurovision Song Contest (ESC) und einiger weiterer Großveranstaltungen im Mai zeigten sich die Wiener mal wieder besonders erfindungsreich: Dort leuchten auf einigen Fußgängerampeln nicht nur Pärchen in üblicher Mann-Frau-Konstellation, sondern auch schwule und lesbische Partner. Zur Erinnerung: Im Vorjahr hatte die Kunstfigur Conchita Wurst, ein bärtiger Transvestit, den ESC gewonnen.

Die Wiener Initiative hat nun die Grünen im Stadtrat veranlasst, diesem Beispiel zu folgen. Lydia Dietrich hielte es für ein „wunderbares und öffentlichkeitswirksames Signal“, schwule Ampelmännchen und lesbische Ampelfrauen schon beim Christopher Street Day (CSD) am 11. Juli zu verwirklichen. Der CSD ist eine farbenfrohe Parade und Party der Schwulen und Lesben. Die Fraktion der Grünen/Rosa Liste stellte daher einen entsprechenden Dringlichkeitsantrag, der am Dienstag vom Kreisverwaltungsausschuss mit zehn zu sieben Stimmen bewilligt wurde. Mit den Grünen votierten die SPD und die Linke. Die CSU, Thomas Ranft (Piraten) und Richard Progl (Bayernpartei) sprachen sich gegen die „gleichgeschlechtlichen Ampelsignale“ aus.

Laut Kreisverwaltungsreferent Wilfried Blume-Beyerle könnten für den CSD acht bis zehn Fußgängerampeln mit Symbolen gleichgeschlechtlicher Paare versehen werden. Dazu müssten nur die Glasscheiben ausgetauscht werden, man habe sich in Wien bereits schlau gemacht. Die Schablonen seien wieder verwendbar. Vermutlich soll die Aktion rund um den Sendlinger-Tor-Platz und am Gärtnerplatz erfolgen. Die Kosten bezifferte Blume-Beyerle auf 10 000 Euro.

Christian Vorländer (SPD) bezeichnete die Investition als gerechtfertigt und sprach von einem „starken Zeichen für eine bunte und vielfältige Gesellschaft“. CSU-Sprecher Alexander Dietrich sagte hingegen, seine Partei könne die Summe in Höhe von 10 000 Euro nicht mittragen. Er halte die Aktion eher für einen Gag und zur Bekämpfung von Homophobie ungeeignet.

Im Übrigen haben die Grünen einen weiteren Antrag an die MVG gestellt, die Trambahnen während des CSD mit Regenbogenflaggen zu bestücken.

Klaus Vick

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