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Spaß im Freien bis 22 Uhr oder 24 Uhr? Für Kneipenbesucher, wie hier vor dem Baader-Café, ist das im Sommer eine entscheidende Frage.

Streit um Freischankflächen

Glockenbach: Im Freien bald um 22 Uhr Sperrstunde?

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München - Streit um Freischankflächen: Während die Stadt die Sperrstunde für draußen ab 24 Uhr testen will, will der Bezirksausschuss sie auf 22 Uhr vorverlegen.

In München werden Kneipenbesitzer in lauen Sommernächten oft zu Spielverderbern. Um 23 Uhr müssen sie ihre Gäste ins Lokal hineinbitten - draußen ist Sperrstunde. Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat kürzlich den Vorschlag gemacht, diese probeweise auf 24 Uhr zu verschieben. Die Bezirksausschüsse (BA) sollen nun dazu Stellung nehmen. Eine große Überraschung gab es am Dienstag in der Sitzung des BA Ludwigs-/Isarvorstadt: Das Gremium lehnte den Vorschlag des KVR mehrheitlich ab. Und mehr noch: Man will die Sperrzeit gar um eine Stunde nach vorn verlegen.

„Um 22 Uhr ist Nachtruhe“, bekräftigte BA-Mitglied Friedrich Kraus (CSU). Und fand ausreichend Mitstreiter. 13 der 21 anwesenden BA-Mitglieder stimmten für den CSU-Vorschlag, die acht Gegenstimmen kamen aus den Reihen von Grünen und Rosa Liste (RoLi).

BA-Chef Alexander Miklosy (RoLi) zeigte sich durchaus erstaunt von dem Votum, interpretierte das Ergebnis aber als eine Art „Hilferuf“. In seinem Viertel gebe es bereits viele Beschwerden lärmgeplagter Anwohner. „Wir sind von den Anwohnern gewählt und wollen für diese nur das Beste“, sagte Miklosy.

Wird künftig also um 22 Uhr Schicht im Schacht sein im bunten Glockenbachviertel, einem der Ausgehbezirke in München? Und wie passt das zu einem als äußerst tolerant und liberal geltenden Viertel? Es sei auch liberal, die Anwohner zu schützen, sagte Miklosy. „Der liberale Gedanke im Viertel spiegelt sich an anderer Stelle wider, etwa bei den vielen Straßenfesten und sozialen Einrichtungen.“ Allerdings mache er sich schon auf einen Aufschrei der Wirte gefasst.

In der Maxvorstadt, die mit dem Univiertel ebenfalls eine hohe Kneipendichte verzeichnet, hatte der BA vor zwei Wochen knapp für eine probeweise Verkürzung der Sperrzeit votiert. Kommende Woche steht nun ein Treffen aller BA-Vorsitzenden mit KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle (parteilos) an. Letztendlich wird aber der Stadtrat über den Vorschlag des KVR entscheiden, die BAs haben lediglich ein Anhörungsrecht.

Der BA Ludwigs-/Isarvorstadt befand neben der längeren Außenbewirtschaftung auch über andere KVR-Vorschläge aus der „Neufassung der Sondernutzungsrichtlinien“ für öffentliche Straßen. So sprachen sich die Stadtteilpolitiker aus Umweltschutz-Gründen einstimmig für ein generelles Heizstrahler-Verbot aus. Zudem will man die Markierung der Freischankflächen mit weißen Punkten beibehalten, ebenso eine Gehwegbreite von mindestens 1,60 Meter. Heißt: In der Ludwigs-/Isarvorstadt dürfen die Klappstühle weiterhin keinen Millimeter über die markierte Fläche hinausragen. Wirten und Nachtschwärmern bleibt also nur die Hoffnung, dass der Stadtrat anders entscheidet.

Janina Ventker

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