Thomas Goppel (CSU) Der Wissenschaftsministerwill bis 2011 investieren.  kh

Goppel: Studenten-Rekord erst der Anfang

Noch nie haben sich so viele Studienanfänger an Bayerns Hochschulen angemeldet. Das gab Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) zu Beginn des Wintersemesters 2008/09 bekannt.

Von Johannes Löhr

Die Studiengebühren schrecken Bayerns Studienanfänger nicht ab – zu diesem Fazit kam Goppel vor der Presse. 51 200 Ersteinschreiber zum Wintersemester gab es ihm zufolge – im Vergleich zum Vorjahresherbst ein Anstieg um 5,3 Prozent. Rechne man das Sommersemester mit, so erreiche die Zahl der Neueinsteiger mit 55 460 einen neuen Höchststand.

Besonders großer Andrang herrscht an den Fachhochschulen. Dort begannen fast 18 000 Studenten – zwölf Prozent mehr als 2007. An den Universitäten stieg die Zahl um etwa ein Prozent auf knapp 32 000. Nach einem Rückgang im Vorjahr stieg die Gesamtzahl der Studenten heuer wieder an – um 2,4 Prozent auf rund 259 400. Davon büffeln rund 175 500 an Universitäten und 77 200 an FHs. Dabei wechselten weniger Studenten das Fach.

Bis 2012 sei mit einem Anstieg der Studierenden um 30 Prozent auf mehr als 330 000 zu rechnen, so Goppel. Grund: der doppelte Abiturjahrgang im Jahr 2011 durch die Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8). Um den Ansturm zu bewältigen, will die Staatsregierung bis 2013 rund eine Milliarde Euro in den Ausbau der Hochschulen investieren. Bis 2011 sollen 3000 neue Stellen geschaffen werden. Bereits 2008 seien den Hochschulen rund 533 neue Stellen zugewiesen worden. Um die Qualität der Lehre zu steigern, müsse man zudem die Besoldung der Professoren „spürbar verbessern“.

In den kommenden zwei Legislaturperioden werde man sich zudem an die Renovierung vieler Hochschulgebäude machen. „Das ist die wohl gewaltigste Herausforderung“, so Goppel. In München betrifft dies unter anderem die Uni-Kliniken, den Bereich Chemie der Technischen Universität in Garching und die in die Jahre gekommenen geisteswissenschaftlichen Institute an Schelling- und Ludwigstraße.

Die Landtags-SPD forderte derweil, die Studiengebühren von bis zu 500 Euro pro Semester abzuschaffen. „Sie erhöhen die ohnehin schon bestehenden sozialen Barrieren noch weiter“, so die Abgeordnete Adelheid Rupp. Goppel betonte dagegen, es gebe keine einseitige Belastung der Studenten. Jeder könne ein Darlehen – ohne Bonitätsprüfung oder Sicherheiten – aufnehmen und müsse dies nach dem Studium auch nur zurückzahlen, wenn er entsprechend verdiene. Nur drei Prozent der Studenten machten von dem Darlehen Gebrauch.

Bei den laufenden Koalitionsgesprächen mit der FDP „tobt im Wissenschaftsbereich nicht der Bär“, so der CSU-Politiker. Unter anderem seien die Liberalen dafür, die Hochschulen ganz aus der staatlichen Begleitung zu entlassen und die Berufung von Professoren den Unis zu überlassen. Viele der Forderungen entstammten der „Unkenntnis unserer Situation“. Er gehe davon aus, dass er weiterhin Minister bleibe, so Goppel. „Wir kommen mit einer guten Bilanz. Ob der Ministerpräsident mit dem übereinstimmt, wird sich zeigen.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion