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Am Landgericht erschien Graf Charles von Faber-Castell (37) im grünen Pullover. 

Ausgebremst

Graf tritt von Porsche-Kauf zurück - und muss das teuer bezahlen

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Er wollte mit dem Porsche-Oldtimer ein Rennen fahren und ließ ihn sogar schon umbauen. Doch dann trat der Graf Charles von Faber-Castell überraschend vom Kauf zurück. Ein Fall für das Gericht.

München - Mit einem Oldtimer wollte er sich seinen Traum erfüllen – und richtig Gas geben. Doch weil Graf Charles von Faber-Castell (37) den Kauf eines Porsche 911 RS kurzfristig absagte, musste er vor Gericht – und wurde kräftig ausgebremst!

Die Verkäufer des Luxusautos hatten ihn verklagt und forderten ihr Geld ein: Rund 170 000 Euro, so viel sei im Sommer 2016 bereits mündlich als Kaufpreis vereinbart gewesen. Persönliche Beratung, eine Probefahrt und der Plan für mehrere Umbauten: Das alles hatte bereits stattgefunden, damit der Graf bei Oldtimer-Rennen starten kann. „Ich war begeistert von dem Auto.“ Plötzlich ließ er den Deal aber platzen, obwohl die Details längst besprochen waren. Warum – darüber gibt es zwei Versionen, über die am Dienstag gestritten wurde.

Der Verkäufer sagt: „Er rief an und sagte, es tue ihm sehr leid. Aber infolge des Versterbens seines Vaters und Belastungen durch die Erbschaftssteuer müsse er von dem Kauf zurücktreten.“ Ein Schock für die Firma Bavarian Classics 911 aus Fürth. Sie sind bundesweit bekannt für das professionelle Restaurieren und Instandsetzen von edlen Porsche-Klassikern. „Aus unserer Sicht gab es einen mündlich geschlossenen Vertrag“, sagt die Angestellte Sybille S. „Das Geld aus dem Verkauf hatte mein Mann längst für den Erwerb eines Grundstücks eingeplant.“

Der Graf sieht es ganz anders. Er habe maximal 150 000 Euro zahlen wollen. „Doch zu diesem Preis konnte es unmöglich ein Original sein.“ Denn die liegen bei rund einer Million Euro, wie ihm ein Gutachter erklärt hatte. Und eine Replik des Porsche: Das war dem Adligen zu viel zu wenig. „Deshalb habe ich Abstand von dem Kauf genommen.“

Das Problem: Zu diesem Zeitpunkt war das Auto schon in der Werkstatt – um Sitze, Tacho und das Fahrwerk für die Rennen vorzubereiten. „Ein mündliches Abkommen wurde wohl schon erzielt“, schloss der Richter. „Sonst hätte man diese Umbauten nicht in Auftrag gegeben. Die Verhandlungen waren weit fortgeschritten.“ Nur einen schriftlichen Vertrag gab es nicht! Pech für den Verkäufer: Deshalb endete der Prozess nur in einem Vergleich: 10 000 Euro muss der Graf an den Verkäufer zahlen. „Sehen Sie es als Lehrgeld“, riet der Richter.

Der restaurierte Porsche

Ein Männertraum in Seeblau und Indischrot: Der Porsche 911 E – umgebaut zum Carrera RS. Baujahr 1972, 2,7 Liter Hubraum, unter der Haube schlummert ein RS MFI Motor Typ 83 mit 210 PS. Im Inneren des blauen Geschosses geht es edel weiter: Leichtbauausführung in schwarz, Reccaro-Schalensitze mit Lehnenverstellung, brandfester Sicherheitsteppich, festverglaste hintere Fondfenster, die Frontscheibe mit Grünfilter. Das Getriebe mit 40 Prozent Sperrdifferenzial, einstellbare Stabilisatoren vorne und hinten, Fuchsfelgen. Der Wert des Liebhaberstücks: bis zu 200 000 Euro.

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