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Kostenlos surfen: Auf dem Marienplatz ist das dank M- WLAN ab sofort möglich.

M-WLAN gestartet

Gratis-Internet auf dem Marienplatz

München - Kostenlos ins Internet: Die Stadt macht’s möglich. Seit gestern kann man auf dem Marienplatz per WLAN surfen. Am 15. Mai entscheidet der Stadtrat, ob das Angebot auf weitere Plätze ausgedehnt werden soll.

Nach M-Strom und M-Wasser gibt es jetzt auch M-WLAN. So heißt das Funk-Netzwerk, das die Stadtwerke und ihre Tochter M-net auf dem Marienplatz installiert haben. Für eine Stadt, „die im Tourismus einen Übernachtungs-Rekord nach dem anderen schreibt“, so Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD), sei dieser Service „einfach notwendig“.

Handys, Smartphones, Laptops, Tablet-PCs – so gut wie alle mobilen Geräte beherrschen heutzutage WLAN. Die Funktechnologie verbindet die Kleincomputer schnell und unkompliziert kabellos mit dem Internet. Die meisten Computernutzer setzen auch zuhause auf diese Technik. Doch ihre Netze sind ebenso wie jene der meisten Hotels mit Passwörtern geschützt, Fremde haben keinen Zugang. Wer unterwegs ins Internet will, muss die teuren Datenverbindungen seines Handytarifs nutzen oder sich – kostenpflichtig und mit einem eher umständlichen Anmeldeverfahren – per WLAN in sogenannte HotSpots von Internetanbietern einloggen.

Am Marienplatz ist das ab sofort anders. Wer sein Gerät mit dem „M-WLAN“ verbindet, muss weder Namen noch Kontonummer preisgeben und braucht sich auch kein Passwort zu merken. Einziger Unterschied zum DSL-Surfen daheim: Zu Beginn der Sitzung wird eine Seite mit den Geschäftsbedingungen geladen, die man per Mausklick akzeptieren muss. Dann steht jedem Surfer das World Wide Web offen. Die Geschwindigkeit beim gestrigen Test überzeugte mit Download-Raten zwischen 25 und 40 Megabit pro Sekunde. Ein 100 Megabyte großer Videoclip (zehn bis 20 Minuten Laufzeit) ist damit nach rund einer halben Minute auf dem Rechner. Auch der Upload kann sich sehen lassen: 6 bis 7 Megabit pro Sekunde bedeuten: Wer 100 Urlaubsfotos mit je 4 Megabyte im Online-Speicher sichern will, schafft das in weniger als zehn Minuten – schneller als zuhause mit DSL.

Tausend Surfer gleichzeitig sollte das System ohne Geschwindigkeitseinbußen verkraften, sagt Telekommunikations-Fachmann Jörg Ochs von den Stadtwerken. „Solange nicht alle zugleich größere Datenpakete herunterladen, sehe ich da keine Schwierigkeiten“. Fünf Empfangsstationen, sogenannte Access-Points, garantieren guten Empfang auf dem gesamten Marienplatz sowie Teilen der einmündenden Straßen. Die Antennen sitzen auf den Masten der S- und U-Bahn-Schilder an den Abgängen zum Marienplatz-Zwischengeschoss. Weil die Stadtwerke hier ohnehin mit ihrem Glasfasernetz vertreten sind, hielten sich die Kosten in Grenzen, sagt Ochs. Auskunft zu Investitions- und Betriebskosten gab es nicht.

Dass Anlieger nun ihren DSL-Anschluss kündigen und ganz auf das kostenlose M-WLAN setzen, glaubt Ochs mit einem kleinen Trick verhindern zu können: Alle 60 Minuten wird die Verbindung unterbrochen und muss neu aufgebaut werden. Um Missbrauch vorzubeugen, verhindern Filter den Zugriff auf illegale Tauschbörden sowie Seiten mit pornografischen und rechtsradikalen Inhalten.

Zwar bleiben gewisse Haftungsfragen, wenn etwa über den WLAN-Zugang kriminelle Internetgeschäfte abgewickelt werden, doch davon will sich Wirtschaftsreferent Reiter nicht abhalten lassen: „Wenn andere Städte sich das trauen, dann sollten wir das auch tun. Man muss den Nutzern doch auch einmal einen Vertrauensvorschuss geben.“ Als Nutzer hat Reiter Touristen und Münchner gleichermaßen im Blick: „Ich bin sicher, dass man bei gutem Wetter hier viele sehen wird, die da sitzen und im Internet surfen“, sagt er. Dass kommerzielle Internet-Provider das Angebot als Konkurrenz verstehen könnten, glaubt er nicht.

Zunächst ist das Angebot noch als Test tituliert. Doch schon am 15. Mai soll der Stadtrat entscheiden, ob M-WLAN auf Dauer am Marienplatz bleiben soll. Reiter rechnet mit einem positiven Votum, zumal die Fraktionen bereits in eigenen Anträgen Ähnliches gefordert haben. Wenn es nach dem Wirtschaftsreferenten geht, soll es nicht beim Marienplatz bleiben. Er hält „eine Ausdehnung auf weitere zentrale Plätze wie etwa den Stachus für sinnvoll. Denn dieser Service steht sowohl dem Wirtschafts- als auch dem Tourismusstandort München gut zu Gesicht.“

Von Peter T. Schmidt

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