1. Startseite
  2. Lokales
  3. München
  4. Stadt München

Aus Grau wird Grün am Marienhof - aber erst ab April

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Zugeschüttet aber (noch) trist: Der Marienhof soll ab April provisorisch begrünt werden.  foto: Kurzendoerfer
Zugeschüttet aber (noch) trist: Der Marienhof soll ab April provisorisch begrünt werden. foto: Kurzendoerfer

München - Die hässliche Baugrube am Marienhof ist inzwischen zugeschüttet. Doch von seiner alten Schönheit ist der Platz noch weit entfernt. Heute will der Stadtrat grünes Licht geben für die Wiederbegrünung.

Wo Archäologen vor kurzem noch nach Latrinen gebuddelt haben, soll bald wieder Gras wachsen. Der Platz hinter dem Neuen Rathaus wurde zwar im November zugeschüttet, doch noch lädt die trostlose Kiesfläche auf dem Marienhof nicht zum Päuschen ein. Heute beschäftigt sich der Bauausschuss mit der Wiederbegrünung.

Zur Erinnerung: Im April 2011 hoben Bagger die Baugrube für Vorarbeiten zur Grabung des zweiten S-Bahn-Tunnels aus. Damals hofften Stadt und Freistaat noch, die Stammstrecke bis zu den Olympischen Winterspielen 2018 fertigstellen zu können. Das ist längst vom Tisch. Die Grabungen wurden beendet, die Grube zugeschüttet.

Über was der Stadtrat jetzt entscheiden wird, ist nur ein Provisorium, eine Übergangslösung, weil man weiterhin mit dem Bau der Stammstrecke plant. Bis zum Ende der Frostperiode herrscht jedoch noch Stillstand. Das Ausschreibungsverfahren für das Provisorium soll Anfang April abgeschlossen sein. Die Arbeiten inklusive Anwuchszeit für den Rollrasen sollen dann zwölf Wochen dauern.

Das Baureferat legt dem Stadtrat nun die Eckdaten für die künftige Nutzung vor und betont dabei den „eindeutig provisorischen Charakter“. Auf die Anpflanzung von Bäumen oder Büschen will man daher verzichten.

Stattdessen will die Stadt 22 „robuste Großsträucher“, sogenannte Felsenbirnen, in „Gefäßen“ aufstellen. Die Liegewiese in der Mitte soll später für temporäre Veranstaltungen oder Kunstprojekte nutzbar sein. Die Rasenfläche soll nach den aktuellen Plänen ringsum gesäumt werden von acht Meter breiten Wegen. Der Weg vor dem Rathaus soll sogar 13 Meter breit sein. An den Rändern will das Baureferat zudem 37 Bänke aufstellen - und zwölf Abfalleimer.

Die Kosten stemmen die Deutsche Bahn und das bayerische Verkehrsministerium, sie liegen geschätzt bei 380 000 Euro brutto. Die Stadt will die mobilen Elemente bezahlen, also Bänke, Poller oder Eimer. Kostenpunkt: Rund 120 000 Euro. Das sei „vertretbar“, heißt es beim Baureferat, weil es sich um Mobiliar mit langer Lebensdauer handle, das später anderweitig im Stadtgebiet genutzt werden könne.

Die Parteien im Rathaus sind offenbar einverstanden mit den Plänen. Zumindest kam gestern kein Protest von SPD oder Grünen. Die CSU will ebenfalls zustimmen, Fraktionschef Josef Schmid findet es lediglich „schade“, dass der Rasen nicht für Schulprojekte zur Verfügung gestellt werden soll. Einen entsprechenden Antrag von CSU-Rätin Mechthilde Wittmann lehnt das Baureferat ab. Zur Begründung heißt es, der Marienhof sei erstens zu weit weg von den Schulen und zweitens eigne sich der belebte Ort nur schlecht für „konzentriertes Arbeiten“.

Thomas Schmidt

Auch interessant

Kommentare