Die Blade Night hat in 20 Jahren 2,2 Millionen Menschen auf Münchens Straßen gelockt.

Traditionsveranstaltung 

Green City gibt die Blade Night ab: Neuer Veranstalter will es versuchen 

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Green City wird die Blade Night nicht mehr ausrichten. Im Vorjahr hakte es einerseits an der Finanzierung, andererseits sei die Resonanz durchwachsen gewesen. Mit dem Verein SkateMunich hat sich ein neuer Veranstalter gefunden. Und der ist zuversichtlich, das Breitensport- Spektakel fortführen zu können.

Voriges Jahr hatten sie gerade noch mal die Kurve gekriegt. Die Münchner Blade Night hatte nach zweijähriger Zwangspause eine Renaissance erfahren – neue Sponsoren waren gefunden, und Europas größte Nachtskateveranstaltung war wieder auf der Straße. Pünktlich zum 20. Geburtstag. Doch die Freude währte nur kurz, zwischenzeitlich sprangen zwei Sponsoren ab, eine Lücke von 23 000 Euro klaffte im Finanzplan. Veranstalter Green City warb um Spenden. Das klappte leidlich, 15 000 Euro kamen zusammen. Doch einen weiteren Anlauf wird es nicht geben. „Wir mussten schweren Herzens entscheiden, die Blade Night künftig nicht mehr durchzuführen“, sagt Green-City-Chef Martin Glöckner. Auf der Homepage ist zu lesen: „Trotz Spenden- und Sponsorengelder, unglaublichen ehrenamtlichen Engagements, frohen Mutes und Hoffnung mussten wir die Saison 2019 mit einem finanziellen Defizit abschließen. Erst mal trotzten wir dieser Tatsache, suchten, warben, sprachen mit alten und neuen Sponsoren, schöpften Hoffnung und mussten dann feststellen: Wir können es uns nicht mehr leisten, so viel draufzuzahlen.“ Grund sind aber nicht nur die Finanzen. Die Saison sei mit 29 500 Teilnehmern auch eher durchwachsen gewesen, heißt es.

Der Skaterzug rollte seit 1999 von Mai bis September durch München, zuletzt jeweils montags ab 19 Uhr. Insgesamt zählte Ausrichter Green City mehr als 2,2 Millionen Besucher bei 190 Veranstaltungen. „Die Blade Night hat 20 Jahre lang Impulse gesetzt, Menschen begeistert, für umweltfreundliche und gesunde Fortbewegung mobilisiert und viele Nachahmer in anderen Städten gefunden“, sagt Glöckner.

Es ist nicht der erste Niederschlag. 2017 sprang der Hauptsponsor ab, die Blade Night fand nicht statt – so wie auch in dem Jahr danach. „Der Anfangs-Hype ist vorbei, und Skaten ist nicht mehr so hip“, sagte Carolin Jakob von Green City damals im Interview mit unserer Zeitung.

Der Verein SkateMunich will sich aber nicht schrecken lassen. „München und die Blade Night gehören zusammen“, sagt Vereinschef Christian Reith. Der will die Veranstaltung retten und wirbt auf www.skatemunich.de bereits mit der Blade Night 2020. „Es läuft bereits alles, das Sportamt ist mit im Boot und auch der Sponsor K2. Wir sind also zuversichtlich.“ Die Veranstaltung soll erneut im Mai starten, die Strecke bliebe unverändert.

Warum nun ein Verein die Blade Night finanziell stemmen können soll? „Green City ist ein Unternehmen, und wir arbeiten mit Ehrenamtlichen“, sagt Reith. „Und wir haben insgesamt die Kosten reduziert.“ Der Verein blicke zudem auf einige Erfahrungen zurück. So war er bereits bei der Organisation der Blade Night unter Federführung von Green City involviert, Mitglieder waren beispielsweise als Strecken-Guides unterwegs. Überdies veranstaltet SkateMunich seit drei Jahren die Hallertau-Inline-Tour.

Reith hofft nun, dass der Zuspruch zu dem Event in München wieder ein bisschen größer wird. „Aber wenn die Freunde wiederkommen, die sonst auch da sind, bin ich schon zufrieden.“ Außerdem sind weitere Sponsoren willkommen. „Ich bin offen für jede Kooperation.“

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