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Sie hat‘s erwischt: Nicht nur in München geht die Grippewelle um.

Nicht sofort in die Klinik eilen

Expertin sicher: Grippewelle ebbt noch nicht ab

Grippewelle und kein Ende: Eine Expertin prognostiziert, dass die Krankheit uns noch einige Zeit beschäftigen wird. Impfungen werden empfohlen.

München - Fieber, Husten, Schüttelfrost - die Symptome lassen nichts Gutes erahnen. Seit Wochen haben Grippe und Erkältung München und ganz Deutschland im Griff. In den Wartezimmern drängen sich die Patienten. Viele Hausarztpraxen und Notaufnahmen arbeiten am Limit. Auch in der 8. Kalenderwoche sind die Influenzazahlen weiter gestiegen.

Laut Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) gab es in Bayern in der aktuellen Grippe-Saison bereits mehr als 17.300 Erkrankungen. Im gleichen Zeitraum der vorherigen Saison waren es 16.113 Fälle. In der laufenden Saison 2017/2018 wurden bis zum 25. Februar 26 Grippe-Tote in Bayern registriert. In München ist mit 1140 positiven Laborbefunden der Wert höher als in den vergangenen Jahren. Wegen der kalten Witterung deutet sich noch keine Entspannung bei den Grippefällen ab.

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“Ambulante Notfallversorgung nicht Aufgabe der Krankenhäuser“

Huml bekräftigte mit Blick auf die ohnehin stark in Anspruch genommenen Notaufnahmen in Kliniken: „Erkrankte sollten sich zunächst an ihren Hausarzt, den Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns oder eine ambulante Bereitschaftspraxis wenden. Die ambulante Notfallversorgung ist nicht Aufgabe der Krankenhäuser.“

Etwa 25 Prozent mehr Patienten als sonst im Durchschnitt suchen zurzeit jeden Tag die Bereitschaftspraxis der Kassenärztlichen Vereinigung am Münchner Hauptbahnhof auf, wie Regionalleiter Guido Zdrenka sagt. Für Extraschichten fehle das Personal, zumal einige Mitarbeiter selbst erkrankt seien.

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Dringend empfohlen: Eine Impfung zur Vorbeugung kann nicht schaden.

„Höhepunkt der Grippewelle noch nicht überschritten“

Münchens Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs sagt: „Die Fallzahlen zeigen, dass wir den Höhepunkt der heurigen Grippewelle noch nicht überschritten haben. Der weitere Verlauf bleibt abzuwarten.“ Das Gesundheitsreferat empfiehlt weiterhin eine Impfung mit dem Vierfach-Impfstoff. Jacobs weiter: „Kranke sollten unbedingt zuhause bleiben, sich vollständig auskurieren und erst wieder körperlich belasten, wenn alle Beschwerden vollständig abgeklungen sind. Durch kleine Maßnahmen, wie regelmäßiges und gründliches Händewaschen sowie Abstand halten von Personen mit akuten Symptomen, kann man das Infektionsrisiko deutlich minimieren“.

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Am häufigsten, mit zirka 75 Prozent, wurden für Bayern Influenza B-Viren (99 Prozent aus der Yamagata-Linie) identifiziert. Die bisherige Dreifach-Impfung deckt diesen Influenza-B-Stamm nicht ab. In der Regel verläuft eine Erkrankung mit Influenza B-Viren die Atmung betreffend milder als eine Erkrankung mit Influenza A-Viren. Die Influenza B, Yamagata-Linie, erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, an einer Herzmuskelentzündung zu erkranken. Daher gilt weiterhin die Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, dass sich Hochrisikogruppen, wie zum Beispiel Schwangere, auch jetzt noch mit dem Vierfach-Impfstoff (inklusive Influenza B Yamagata-Linie) impfen lassen sollten, gegebenenfalls auch als Nachimpfung.

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Nach einer Grippe sollten Sport und körperliches Training erst wieder begonnen werden, wenn der Ruhepuls wieder im Normalbereich ist, beziehungsweise nach Rücksprache mit dem Arzt. Individuelle Beratung zur Grippeimpfung bietet auch die Impfsprechstunde des Referats für Gesundheit und Umwelt täglich von Montag bis Freitag von 11 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 089/ 23 36 69 07.

Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs.

dpa/mm

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