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Bordell-Pläne in München erregen die Gemüter.

Groß-Bordell im Münchner Norden geplant

München - Ein Investor will eine ehemalige Fabrik in ein Hotel mit Bordell umbauen. In Freimann sollen 30 Bordell- sowie 160 Hotel-Zimmer eingerichtet werden.

Der Freimanner Bezirksausschuss (BA 12) ist sich sicher: „Hier soll ein Riesen-Bordell entstehen. Die einhellige Meinung der Stadtteilpolitiker: „In unserem Wohnviertel hat so etwas nichts zu suchen.“ Am Mittwochabend befasst sich der Unterausschuss des BA 12 mit folgendem Tagesordnungspunkt: „Freisinger Landstraße 74; Nutzungsänderung bestehender Büro- und Produktionsgebäude in ein Bordell und ein Hotel – Antrag auf Vorbescheid“. BA-Chef Werner Lederer-Piloty (SPD) befürchtet: „Der Investor wird hier kaum ein völlig normales Hotel planen, in dem nebenbei noch ein Bordell läuft.“ Zumal der Investor schon einmal einen Antrag gestellt habe, in dem von einem einzigen Großbordell die Rede war. Der neue Bauantrag würde demnach nur eine kosmetische Änderung beinhalten.

Ein Großbordell mit 180 Zimmern? So etwas dürfte in Europa einmalig sein. Das "Pascha" in Köln wirbt, mit seinen 126 Liebesdamen-Apartments, das „größte Laufhaus Europas“ zu sein. Der für die CSU im Unterausschuss Bauen des BA 12 sitzende Gerd Schäffler schimpft: „Genau gegenüber dieses geplanten Hauses befindet sich eine Schulbushaltestelle. Ein Bordell ist nicht gerade der Anblick, den man seinen Kindern täglich bieten will.“ BA-Chef Lederer-Piloty findet: „Wir haben in unserem Stadtteil ähnliche Einrichtungen. Warum werden sie nicht besser in der Stadt verteilt? In Bogenhausen oder Solln fehlen solche Betriebe noch.“

Und was halten bereits bestehende Etablissements des horizontalen Gewerbes von der künftigen Konkurrenz? Michael H. (43), Manager des „Pascha“ München mit Sitz in Trudering, zur tz: „Die Pläne sind mir völlig neu. Unsere Gruppe hat mit diesem Projekt nichts zu tun.“ Branchenkenner glauben, dass der Markt für die käufliche Liebe in München gesättigt ist. „Wo soll die Kundschaft für 180 Damen rund um die Uhr auf einmal herkommen?“, sinniert der Besitzer eines Laufhauses im Euro-Industriepark. „Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ein Laufhaus in in dieser Größe genehmigt wird.“

Johannes Welte

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