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Es wird viel passieren rund um die Großmarkthalle: Nur vier denkmalgeschützte Gebäude (gelb) gelten als unantastbar. Drei zentrale Hallen (blau) wollen die Verantwortlichen abreißen. Auf dem Viehhof könnte ein neues Wohn- und Gewerbegebiet entstehen. Auch die Gleisharfe wird womöglich neu bebaut.

Große Pläne für die Großmarkthalle

München - Große Veränderungen stehen der Großmarkthalle und dem Schlachthofviertel bevor. Die Halle soll saniert, viele Gebäude abgerissen werden. Platz für Wohnungen und Gewerbe.

von johannes Patzig

Man nennt sie auch den „Bauch von München“: Die Großmarkthalle in Sendling, in der Großhändler aus ganz Europa Lebensmittel und Blumen anbieten. Doch die Gebäude des Traditionsbetriebs sind alarmierend marode. Die Keller mussten kürzlich sogar mit schweren Stahlträgern abgestützt werden, damit sie nicht einstürzen (wir berichteten). Nun suchen die Verantwortlichen der Stadt nach einer Lösung für das Problem. Eines steht schon fest: Im Viertel rund um die Hallen wird sich einiges ändern.

Die zuständigen Referate prüfen sogar eine Variante, bei der die komplette Großmarkthalle an den Stadtrand verlegt würde. Dass es dazu kommt, scheint aber unwahrscheinlich: Die rot-grüne Rathaus-Mehrheit spricht sich dagegen aus, auch die Leitung der Großmarkthalle will an ihrem angestammten Platz bleiben. „Die Lage hier ist hervorragend“, sagt Vize-Hallenchef Alexander Pircher. Die Großhändler schätzen die gute Verkehrs-Anbindung. Auch die Kunden der Halle, darunter viele Münchner Wirte, profitieren laut Pircher davon. Zudem verkörpere die Halle ein Stück „ureigenes Münchner Flair“.

Der Standort der Großmarkthalle wird daher wohl bleiben – dafür wird sie massiv umgebaut. Bislang besteht der Betrieb aus einem zentralen Komplex mit vier großen, langgestreckten Haupthallen, sowie zahlreichen umliegenden Gebäuden. Als unantastbar betrachtet die Leitung zurzeit nur die historische Haupthalle eins sowie die Gaststätte Großmarkthalle und zwei Kontorgebäude – diese vier Bauten sind denkmalgeschützt (siehe Grafik). Die drei übrigen Haupthallen will die Leitung abreißen und neu errichten. Viele der übrigen Gebäude stehen ebenfalls zur Disposition.

Die Rathaus-Grünen haben nun einen Vorschlag gemacht, der auch den Betreibern sympathisch ist: Sie wollen die riesigen Flächen des Areals effektiver nutzen. Sie sehen dort noch Potenzial für neue Gewerbe- und Wohnbauten: zum einen auf der alten Gleisharfe im Westen, die die Bahn kaum noch nutze – und zum anderen auf dem Gelände des sogenannten Viehhofs im Süden des Schlachthof-Areals. Eine solche Verdichtung käme auch der Finanzierung der Sanierung zugute, meint Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher. Denn die wird grob geschätzt 125 Millionen Euro kosten.

Auch Pircher hält die Idee für sinnvoll. Womöglich könnten die Betriebe auf dem Viehhofgelände – hauptsächlich Feinkostbetriebe und Zulieferer– allesamt über die Bahngleise zur Großmarkthalle ziehen. So könnten sie Platz machen für ein neues Gewerbe- und Wohngebiet im Herzen des Schlachthofviertels. Das berühmte „Wirtshaus im Schlachthof“ würde freilich an seinem Platz an der Zenettistraße bleiben, so Pircher.

Die Grünen haben indes noch mehr vor: Sie wollen das bislang relativ abgeschottete Großmarkthallen-Areal für die Münchner öffnen. Ihnen schwebt etwa ein Fußweg von Untersendling über das Gelände zur Isar vor. „Eine charmante Idee“, heißt es dazu beim zuständigen Kommunalreferat. Die Planungen stünden aber noch ganz am Anfang. Bis zum Sommer solle der Stadtrat erst einmal über die Standortfrage entscheiden. Erst dann werde man weitere Schritte planen.

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