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Davon wollen die Grünen noch viel mehr sehen: Tempo-30-Zonen gibt es in München bereits zuhauf.

Massive Probleme mit Rasern

Überraschung: Grüne in Allach stimmen gegen Tempo 30

Die Grünen wollen in München weiter für eine Temporeduzierung sorgen. Allerdings offenbar nicht überall: Ein Antrag der SPD-Faktion wird abgeschmettert.

München - Obwohl das parteiinterne Credo ein anderes ist, haben zwei Mitglieder der Grünen in der jüngsten Sitzung des Bezirksausschusses (BA) in Allach-Untermenzing gegen einen Antrag auf eine Tempo-30-Zone gestimmt. Der Antrag der SPD-Fraktion, die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf einem Teil der Eversbuschstraße von 50 auf 30 Stundenkilometer zu senken, wurde mit elf zu drei Stimmen abgelehnt.

Genau ging es um den Abschnitt zwischen der Kreuzung Von-Kahr-Straße und der Kreuzung Otto-Warburg-Straße. Hier sollte die Luftschadstoffbelastung reduziert, der Schutz von Menschen gewährleistet und Lärm minimiert werden, hieß es in dem Antrag. Doch BA-Mitglied Falk Lamkewitz (Grüne) argumentierte dagegen: „Tempo 30 bringt nicht automatisch weniger Schadstoffe. Der Motor läuft immerhin doppelt so lange und durch die größere Anzahl an Anfahrvorgängen entsteht eine eher größere Abgasmenge.“

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Partei will sich für „Richtgeschwindigkeit von Tempo 30“ einsetzen

Von Seiten der Fraktions-Pressestelle der Grünen im Stadtrat heißt es jedoch: „Wir setzen uns stets für die Durchsetzung einer Richtgeschwindigkeit von Tempo 30 ein. Die Lärmverminderung, die Gewährleistung von Sicherheit und die Minimierung von Schadstoffen sind hierbei die zugrundeliegenden Argumente“, sagt Josef Högl, der mit den Themen Mobilität und Planung betraut ist. Wie es zu der Abweichung im BA kommen konnte, sei ihm schleierhaft. „Auf alle Fälle entspricht dieses Votum nicht der Mehrheitsmeinung unserer Partei.“

Aber auch mit bereits bestehenden Tempo-30-Zonen gibt es in Allach-Untermenzing Probleme. So berichtete eine Anwohnerin dem BA von einem massiven Problem mit Rasern auf der Freseniusstraße, die als 30er-Zone unzureichend beschildert sei. Sie forderte mehr Schilder. Auf dasselbe Problem wiesen Anwohner der Waldhornstraße hin.

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30er-Zonen nur am Anfang und am Ende beschildert

Peter Ledutke von der zuständigen Polizeiinspektion Moosach erklärte, dass eine 30er-Zone gesetzlich nur am Anfang und am Ende beschildert werden könne, anders als Straßenabschnitte mit Tempo 30. „Somit gilt für beide Straßen - da sie 30er-Zonen sind -, dass eine erhöhte Schilderdichte rechtlich nicht umsetzbar ist.“ Der BA einigte sich alternativ darauf, dem Kreisverwaltungsreferat Bodenmarkierungen für besagte Straßen vorzuschlagen.

Auch die zehnjährige Schülerin Filine aus Allach hatte sich in einem Brief an den BA über die Verkehrssituation vor ihrem Zuhause an der St.-Johann-Straße beschwert: „Der Verkehr in meiner Straße wird leider immer schlimmer, weil sich keiner an die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer hält. Spielen macht mir langsam keinen Spaß mehr und ich fühle mich durch den Verkehr nicht wohl.“ In ihrem Brief macht sie sogar einen Lösungsvorschlag. Die Schülerin bittet den BA, zu veranlassen, dass die St.-Johann-Straße zwischen Franz-Nißl- und Georg-Reismüller-Straße verschmälert und mit Bäumen bepflanzt wird, um so den Verkehr zu verlangsamen. „Wir freuen uns sehr über so ein lobenswertes Engagement“, sagte BA-Chefin Heike Kainz (CSU). Man werde Filines Vorschlag aufgreifen und an das Baureferat weiterleiten.

Sara Della Malva

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