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Die Heimstätte der Löwen: Im Jahr 2005 trug der TSV 1860 München letztmals Punktspiele im Stadion an der Grünwalder Straße aus.

Umbauten nötig

Gespräche mit der Stadt: Wie soll die Löwen-Rückkehr ins Grünwalder aussehen?

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Die Rückkehr des TSV 1860 ins Grünwalder Stadion dürfte nach dem Abstieg so gut wie feststehen. Das Sportamt bestätigte, dass die Löwen bereits an die Stadt herangetreten sind.

München - Die Löwenfans sind leidgeprüft: Der Verein tief gespalten, sportlich steht dem TSV 1860 in den Niederungen der Regionalliga (Vierte Liga) ein Neubeginn bevor. Was die Anhänger eint, sind nostalgische Erinnerungen. Etwa an die Saison 1994/1995, als die Löwen nach dem Wiederaufstieg in die Erste Bundesliga ihre Heimspiele im Grünwalder Stadion austrugen. Damals waren 28 500 Zuschauer zugelassen. Letztmals bestritten die Löwen in der Zweitliga-Saison 2004/05 Meisterschaftsspiele im Grünwalder. Damals gab es eine Genehmigung für immerhin 21 700 Zuschauer.

Der neuerlichen Rückkehr in die alte Heimstätte stehen allerdings noch die Verträge mit dem FC Bayern entgegen. Bis 2025 ist der TSV 1860 an die Allianz Arena gebunden. Doch niemand kann sich ernsthaft vorstellen, dass die Löwen ihre Regionalliga-Spiele in dem 75 000 Zuschauer fassenden Stadion in Fröttmaning bestreiten werden. Das neue Präsidium der Löwen möchte raus aus der Arena, muss dafür aber einen Weg mit dem FC Bayern finden. Wie der aussehen könnte, ist derzeit noch völlig unklar. Der FCB wollte am Donnerstag keine Stellungnahme abgeben. Weder zu der Frage, ob bereits ein Gesprächstermin vereinbart sei, noch zu möglichen Konditionen für einen Auszug.

Zuschauerkapazität: Stadt müsste investieren

Eine weitere zu klärende Frage: Welche Zuschauerkapazität wäre im Grünwalder Stadion maximal denkbar? Klare Antwort der Stadt: 15 000. Derzeit sind es jedoch nur 12 500. Und auch dafür musste die Stadt in den Jahren 2012 bis 2014 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen vornehmen. Das Innere der Haupttribüne, die aus dem Jahr 1926 stammt, wurde komplett entkernt und neu gestaltet, um die vom DFB geforderten Bereiche für die Spieler und Schiedsrichter integrieren zu können. Die bisherigen Holzbänke der Zuschauertribüne wurden durch moderne Sitzschalen ersetzt, auch die Nordtribüne wurde mit neuen Sitzen ausgestattet. Auf der Osttribüne wurde der Erdwall abgetragen und durch eine moderne Tribüne aus Stahlbeton ersetzt, die sich jetzt näher am Spielfeld befindet. Unter den Zuschauerbereichen konnten Räume für Sicherheits- und Rettungskräfte sowie ein zusätzlicher Betriebshof für das Personal eingerichtet werden. Das Spielfeld wurde mit einer Rasenheizung und einer automatischen Bewässerungsanlage ausgestattet. Erneuert wurde auch die Flutlichtanlage.

Damit erfüllt das Grünwalder Stadion die Anforderungen des Deutschen Fußballbundes für Spielstätten der Dritten Liga. Insgesamt 10,3 Millionen Euro musste die Stadt für die Teilmodernisierung aufwenden. Weitere 2,5 Millionen Euro wurden im Jahre 2015 für den Neubau einer Sicherheitszentrale sowie für die Erneuerung des Zauns notwendig. Am Rande des „kleinen Derbys“ zwischen den zweiten Mannschaften des TSV 1860 und des FC Bayern war es immer wieder zu Ausschreitungen gekommen. Beide Teams tragen ja schon seit Längerem ihre Heimspiele im Grünwalder aus. Mehrmals war das Derby mit 12 500 Zuschauern ausverkauft. In der kommenden Saison trifft nun die erste Mannschaft des TSV 1860 in der Regionalliga auf den FC Bayern II.

Um die Kapazität auf 15 000 Zuschauer zu erhöhen, müsste die Westkurve statisch ertüchtigt werden. Ein entsprechender Vorbescheid des Planungsreferates zur Zulässigkeit liegt vor. Die Rathaus-SPD befürwortet den Ausbau. Die stellvertretende Fraktionschefin Verena Dietl, die auch dem Verwaltungsrat der Löwen angehört, sagt: „Ich würde die Löwen sehr gerne wieder an der Grünwalder Straße auflaufen sehen. Die Verwaltung prüft derzeit unseren Antrag, ob die Westkurve saniert werden und weitere Plätze bieten kann. Das haben wir nicht gemacht, damit das Stadion ein Museum wird, sondern damit darin Fußball gespielt wird.“

Dringlichkeitsantrag gestellt

OB Dieter Reiter (SPD) hatte zuletzt betont, dass er einer Rückkehr der Löwen ins Grünwalder Stadion offen gegenüberstehe. Die Grünen stellten einen Dringlichkeitsantrag zur Behandlung des Themas in der Vollversammlung am 28. Juni. Für sie müssten vor allem Sicherheitsfragen geklärt werden, wobei es in der Vierten Liga bei Weitem nicht so viele Risikospiele geben dürfte, wie dies in Liga drei der Fall gewesen wäre.

Im Herbst möchte das Sportreferat den Stadtrat mit den Sanierungsplänen befassen. Eine Erhöhung der Kapazität auf 15 000 Zuschauer wäre allerdings laut einem Sprecher des Sportreferats frühestens in der Saison 2019/20 denkbar. Zweitligatauglich ist das Grünwalder Stadion übrigens nicht. Dann bräuchten die Löwen wieder eine neue Heimstätte – womöglich das Olympiastadion. Aber der Weg dorthin ist nach jetzigem Stand der Dinge sehr weit.

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