Für die Löwen einfach nur Kult: Eine Kasse am Grünwalder Stadion. Foto: michael Westermann

Grünwalder Stadion wird für Liga Drei saniert

München - Das Grünwalder Stadion wird vorerst nicht abgerissen. Bis 2014 soll die Spielstätte für 10,3 Millionen Euro saniert werden. Die Löwen-Profis werden voraussichtlich aber nicht nach Giesing zurückkehren. Die Verwaltung hält es für „ausgeschlossen“, dass hier je wieder Erst- oder Zweitligaspiele stattfinden.

Manfred Stoffers hat zweifelsohne einen vollen Terminkalender. Doch gestern hat sich der Geschäftsführer des TSV 1860 München gut eineinhalb Stunden freigeschaufelt, um ins Rathaus zu fahren. Was die Stadträte gestern zu entscheiden hatten, ist von elementarer Bedeutung für die Pläne des Vereins, nach Giesing zurückzukehren. Wie berichtet, würden die Löwen ihre Zweitliga-Heimspiele gerne wieder im Grünwalder Stadion austragen. Hierzu müsste man die Spielstätte nur umbauen, glauben sie – oder eine neue Arena für 30 000 bis 35 000 Zuschauer auf dem Gelände errichten.

Diesem Wunsch haben die Stadträte gestern eine Absage erteilt. Zwar haben die Politiker einstimmig beschlossen, das Stadion für 10,28 Millionen Euro zu sanieren – und damit fit für die Dritte Liga zu machen. Aber auch nach der Sanierung wird das Stadion nicht die strengen Kriterien der Deutschen Fußball Liga für die Austragung höherklassiger Spiele erfüllen. Sportreferentin Elisabeth Weiß-Söllner (SPD) hält das 12 000 Zuschauer fassende Stadion gar für „völlig ungeeignet“ für einen Betrieb in der Ersten oder Zweiten Liga – eine Einschätzung, die alle Rathaus-Fraktionen teilen. Stadträtin Verena Dietl (SPD) freute sich denn auch mehr darüber, dass „das Stadion längerfristig erhalten bleibt“ und „wir den Vereinen Planungssicherheit geben können“.

2008 waren 800 000 Euro in die Sanierung der Anlage gesteckt worden, um den Spielbetrieb bis Ende dieser Saison zu sichern. Bis 2014 soll das Grünwalder Stadion nun etwa mit einem neuen Rasen sowie einer Rasenheizung und einer neuen Bewässerungsanlage für 2,2 Millionen Euro ausgestattet werden. Die Modernisierung des Flutlichts soll 1,3 Millionen kosten. Hinzu kommen unzählige kleinere Renovierungsarbeiten in den Kabinen und auf den Rängen. Im Gegenzug erhöht die Stadt die Nutzungsgebühren.

Für die Löwen und ihre Fans bleibt nur das Prinzip Hoffnung: Die Stadträte haben dem Verein eine Frist von drei Monaten eingeräumt, um ein Konzept für einen Stadion-Neubau vorzulegen. Sie glauben jedoch selbst nicht an den Erfolg dieses Unterfangens. „Wir wissen, dass es einfach nicht machbar ist“, sagte Stadtrat Mario Schmidbauer (CSU). Er plädierte erneut für den Bau eines „Sportparks der Moderne“. Wer in das Grünwalder Stadion investiere, investiere „am falschen Ort“.

Die Probleme, die der Verein in diesen drei Monaten lösen muss, sind mannigfaltig. So würde ein Neubau nicht mehr dem Bestandsschutz unterliegen. Das heißt: Die Pläne müssten etwa Brandschutz-auflagen berücksichtigen, die auf dem engen Grundstück nicht realisierbar sind. Es fehlt an Parkplätzen – derzeit gibt es gerade mal 570 – sowie an dem nötigen Platz, um die Fans der beiden Mannschaften zu trennen. Auch müssten womöglich unterirdische Fluchtwege geschaffen werden. Und dann wären da noch das Problem der Finanzierung – und der FC Bayern: Die Sechzger haben einen langfristigen Mietvertrag für die Allianz Arena. Die gehört aber den Roten.

Trotz alledem gab sich Löwen-Geschäftsführer Stoffers gestern zuversichtlich. „Der Beschluss des Stadtrates ist höchst erfreulich“, sagte er. „Uns bleibt die Zeit und die Chance, das möglich zu machen, von dem alle glauben, dass es unmöglich ist.“ Eine „große Erleichterung“ spürte auch Christian Waggershauser, der das Projekt „Stadionzukunft“ leitet. „Wir arbeiten nun mit Hochdruck weiter.“

Thierry Backes

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