Bezirksausschuss sucht Lösung

Haidhausen ringt mit dem Lieferverkehr

München - Immer mehr Lieferwagen, die oft sogar in zweiter Reihe parken, heizen in Haidhausen den Konflikt zwischen Autofahrern, Radlern und Fußgängern an. So sehr, dass sich der Bezirksausschuss Au-Haidhausen in seiner jüngsten Sitzung mit dem Phänomen befasste – mit völlig unterschiedlichen Lösungsansätzen.

Immer mehr Menschen bestellen Möbel, Kleidung und sogar Lebensmittel im Internet – und lassen sich die Pakete direkt nach Hause liefern. Entsprechend viele Lieferwagen von Paketdiensten würden nun auch täglich in Haidhausen ankarren und mangels Parkplätzen die Rad- und Gehwege blockieren, erklärte BA-Mitglied Nina Reitz (SPD) die brisante Lage.

Besonders problematisch ist aus Sicht ihrer Fraktion die Kirchenstraße. Dort blockiere zum Beispiel ein Lastwagen, der den Supermarkt beliefert, regelmäßig den Rad- und Fußweg. Besonders eng werde es wegen der vielen Lieferfahrzeuge zudem an der Einsteinstraße, wo die Lieferanten „unter hohem Zeitdruck“ gerne auch „in zweiter Reihe“ parken.

Die SPD-Fraktion fordert deshalb in einem Antrag, die Stadt solle vermehrt Stellplätze speziell für Lieferfahrzeuge bereitstellen. Das Gremium votierte einstimmig dafür, eine solche Zone in der Einsteinstraße zu schaffen.

Die Grünen im BA konnten dem Vorschlag allerdings nichts abgewinnen. Denn dann würden in der Konsequenz immer weitere Straßenzüge folgen. Sie brachten stattdessen zentrale Abholzentren ins Gespräch, wo die Lieferungen gesammelt werden.

Die Stadtverwaltung plant mehrere Modellprojekte im Zusammenhang mit dem Lieferservice: Generell denkbar seien zum Beispiel sogenannte „Lieferboxen“ in der Stadt, erklärte ein Sprecher im Referat für Arbeit und Wirtschaft auf Nachfrage. Die Idee: Lieferanten bringen die Sendungen dorthin, und die Empfänger holen sie selbst ab. Oder aber die Ware werde von diesen Boxen aus mit Elektromobilen weiter verteilt.

Bei der Post sagte ein Sprecher, man begrüße jede neue Haltemöglichkeit für den Lieferverkehr. Gut angenommen würden zudem in München die „Packstationen“.

Anne Hund

Rubriklistenbild: © dpa

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