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Das Gruselfest Halloween ziehen viele Diskos vor.

Halloween-Partys: Diskos tricksen Tanzverbot aus

München - Die Besitzer Münchner Diskotheken fürchten sich vor Halloween. Denn die Stadt muss streng kontrollieren, dass ab Mitternacht das Tanzverbot zu Allerheiligen eingehalten wird. Viele Partys finden deshalb heuer einen Tag früher statt.

Update vom 30. Oktober 2013: Allerheiligen und Allerseelen - welche Bedeutung haben diese beiden Feiertage? Alles rund ums Brauchtum zu diesen Tagen und weitere interessante Informationen, finden Sie in unserem Artikel "Was Allerheiligen und Allerseelen bedeuten".

An Allerheiligen darf nicht gefeiert und getanzt werden. Da kennt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) kein Pardon – auch wenn viele Menschen ausgerechnet in dieser Nacht gerne Halloween feiern würden. „Halloween ist eine rein kommerzgesteuerte Entwicklung aus den USA“, sagte der Minister unserer Zeitung. „Die christlichen Traditionen Bayerns brauchen sich davon nicht verdrängen lassen.“

Neun Tage im Jahr gelten als „Stille Tage“, an denen sogenannte öffentliche Unterhaltungsveranstaltungen mit lauter Musik und Tanz verboten sind. Neben Allerheiligen am 1. November zählt auch der Karfreitag dazu. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einer Geldbuße von bis zu 10 000 Euro rechnen.

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Für 2008 hatte das städtische Kreisverwaltungsreferat (KVR) allerdings häufig Ausnahmegenehmigungen erteilt – bis dies die Regierung von Oberbayern verbot. „Diese Weisung ist erneuert worden“, sagte KVR-Sprecherin Daniela Schlegel. Man werde das Tanzverbot bei Routinekontrollen überwachen. „Es wird aber keine Schwerpunktkontrollen geben.“

Viele Diskotheken wollen dem Ärger heuer komplett aus dem Weg gehen und haben ihre Halloween-Partys einfach auf den 30. Oktober vorverlegt. In diesem Jahr ist das kein Problem, weil die Feiern so auf einen Freitagabend fallen. „Wir wollen ein Chaos wie im letzten Jahr vermeiden“, sagte „Kultfabrik“-Sprecherin Janine Bogosyan. Damals sei die Party sogar ganz ausgefallen, heuer feiere man einfach einen Tag früher. Auch in der Disko „M-Park“ steigt die Halloween-Party schon am Freitag. Am Samstag habe man dann zwar geöffnet, veranstalte aber bewusst eine Schülerparty, die schon um Mitternacht endet.

Andernorts hält man zwar am richtigen Datum fest, wird aber kreativ. Im „8 Seasons“ will man das Tanzverbot umgehen, indem man die Party zur geschlossenen Gesellschaft erklärt, zu der man nur mit Mitgliedskarte Zutritt hat – laut KVR durchaus eine Aktion in der Grauzone. Im „Palais“ an der Arnulfstraße plant man eine „Stille Disko“, bei der die Musik nur aus mitgebrachten Handys und Mp3-Playern kommen soll. In der „089-Bar“ soll bis Mitternacht normal gefeiert werden, für die Zeit danach will man wahrscheinlich Streichmusiker engagieren – verboten ist schließlich nur laute Musik.

Philipp Vetter

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