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Die Olympiahalle: Hier soll vor 12.000 Zuschauern Handball gespielt werden.

In der Olympiahalle

Handball-WM 2019 soll in München gastieren - für 500.000 Euro?

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Wird München als Austragungsort für die Handball-WM 2019 berücksichtigt? Die Olympiapark München GmbH hat sich beworben. Im April trifft der Deutsche Handballbund (DHB) seine Entscheidung. Der Stadtrat will 500 000 Euro Zuschuss lockermachen.

München - München ist eine Sportstadt – erstklassig in Fußball, Basketball und Eishockey. Handball rangiert in der Stadt zwar mit mehr als 4000 aktiven Mitgliedern hinter Fußball auf Platz zwei der beliebtesten Mannschaftssportarten. Doch was das Leistungsniveau betrifft, ist die Landeshauptstadt absolute Diaspora im Handball. Der höchstklassige Münchner Verein spielt in der fünften Liga – kaum zu glauben. Lange vorbei sind die großen Zeiten des MTSV Schwabing und des TSV Milbertshofen gegen Ende der 80er- und zu Beginn der 90er-Jahre. Seitdem kam der Münchner Handball nie wieder auf die Beine.

Handball soll so auch in München populärer werden

Bundesweit sieht das anders aus. Handball boomt. Rund 13 Millionen Zuschauer verfolgten im Januar 2016 den Sieg der Handball-Nationalmannschaft bei der EM. Das städtische Sportreferat sieht nun mit der Handball-WM eine Möglichkeit, um die Sportart auch in München wieder populärer zu machen. Im Januar 2019 wird das Turnier erstmals in zwei Ländern ausgetragen – in Dänemark und in Deutschland. Vier deutsche Städte sollen zum Zuge kommen, München will auch dabei sein mit der Spielstätte Olympiahalle. 

12.000 Zuschauer finden dort Platz. Die große Frage allerdings ist: Reicht diese Kapazität aus, damit die deutsche Nationalmannschaft ihre Vorrundenspiele in München austrägt? In Köln, Hamburg, Berlin und Mannheim gibt es größere Arenen. Und der Deutsche Handballbund (DHB) möchte natürlich, dass die Spiele der DHB-Auswahl vor möglichst vielen Zuschauern stattfinden. So könnte es sein, dass München zwar den Zuschlag für die Austragung von Vorrundenspielen (11. bis 19. Januar 2019) bekommt, allerdings ohne deutsche Beteiligung.

Dies wäre bei Weitem nicht so attraktiv. Ungeachtet dessen empfiehlt das Sportreferat aber auf alle Fälle eine Bewerbung. „Sportgroßereignisse wie die Handball-WM stellen einen wichtigen wirtschaftlichen Faktor für die Veranstalter und Städte dar. Die zu erwartenden Umsätze in der gesamten Wertschöpfungskette generieren insbesondere gute Einnahmen für die Bereiche Einzelhandel, Gastronomie, Hotellerie, Tourismus und Verkehr“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung für den Sportausschuss.

Der Stadtrat muss einen Zuschuss bewilligen

Das Gremium berät am Mittwoch über die Münchner Bewerbung. Wesentlicher Punkt: Der Stadtrat muss einen Zuschuss in Höhe von 500.000 Euro lockermachen. Mit einem Defizit in dieser Höhe rechnet die Olympiapark GmbH (OMG) nämlich – trotz der Ticketerlöse. Sollte das Minus niedriger ausfallen, würde sich auch entsprechend der Zuschuss der Stadt verringern.

Die Große Rathauskoalition steht dem Vorstoß der OMG positiv gegenüber und will die Finanzmittel am Mittwoch freigeben. „Ein sportpolitisch tolles Zeichen“, erklärt die stellvertretende CSU-Fraktionsvorsitzende Kristina Frank. Es sei schließlich auch Anliegen des Stadtrats, den Olympiapark sportlich zu beleben. Die SPD trägt die Münchner Bewerbung ebenfalls mit. Bedenken kommen nur von Stadtkämmerer Ernst Wolowicz (SPD). Der Zuschuss sei in Zeiten strukturell steigender Ausgaben kritisch zu sehen. OMG-Chefin Marion Schöne sieht im Übrigen eine Restchance für Spiele mit deutscher Beteiligung. Eine Delegation der OMG habe unlängst mit dem DHB darüber gesprochen, so Schöne. Falls nicht, gebe es in München aber immer noch genug handballbegeistertes Publikum, glaubt sie. „Sollte zum Beispiel die kroatische Nationalmannschaft hier spielen, wäre das für München auch eine tolle Sache.“

Lesen Sie auch: Handball-WM 2019: DHB plant Spiele im Fußballstadion

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