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CSU-Fraktionschef Podiuk sieht noch großen Aufklärungsbedarf.

Kostenexplosion befürchtet

Volkstheater-Neubau: Schlechte Erinnerungen an ähnliche Projekte

München - Die Stadt steht beim geplanten Neubau des Volkstheaters am Viehhof von Beginn an unter großem Zeit- und Kostendruck.

Wenn es um Theater geht, ist Hans Podiuk nicht wohl. Nicht, dass er etwas gegen Kultur hätte, und eines stellt der CSU-Fraktionschef gleich voran für seine Partei: „Wir wollen den Neubau des Volkstheaters.“ Aber die Kosten bei großen Kulturprojekten seien schon öfter aus dem Ruder gelaufen.

Kostenexplosion bei Kammerspiele-Sanierung

Bei der Sanierung der Kammerspiele explodierten die Kosten von 75 auf 110 Millionen Euro. Bei der Sanierung des Deutschen Theaters wollte die Stadt ähnliche Fehlkalkulationen vermeiden. Am Ende gab es auch hier ein Finanzdebakel – 100 Millionen Euro statt der avisierten 79,5 Millionen Euro.

Beim geplanten Neubau des Volkstheaters auf dem Viehhof-Gelände im Schlachthofviertel kalkuliert das Kulturreferat nun mit 115 Millionen Euro. Die Stadtkämmerei hat diese Summe allerdings mit einem großen Fragezeichen versehen. Auch Podiuk sieht für die gemeinsame Sitzung des Kultur- und Kommunalausschusses am Donnerstag, bei der ein Grundsatzbeschluss gefasst werden soll, Aufklärungsbedarf: „Meine Lebenserfahrung sagt mir, es werden bestimmt nicht weniger als die 115 Millionen Euro.“ Neben einem großen Theaterhaus mit 600 Plätzen ist auf dem Viehhof ein zweiter Saal mit Platz für 250 Zuschauer geplant, sowie eine eigene Großgastronomie mit 150 Innen- und 150 Außenplätzen.

Ende 2020 muss das neue Volkstheater stehen 

Auch zeitlich steht die Stadt unter Druck. Bis Ende 2020 muss die Bühne stehen, weil dann der Mietvertrag am jetzigen Standort an der Brienner Straße ausläuft. Um terminlich nicht in die Bredouille zu kommen, will das Kulturreferat einen externen Dienstleister beauftragen, der die Vergabe aller Gewerke koordiniert und die Verantwortung trägt. Der „Generalübernehmer“ müsste sich zur schlüsselfertigen Erstellung des Theaters verpflichten. Planungs-, Ingenieurs- und alle Bauleistungen würden bei diesem Modell zu einem vertraglich vereinbarten Preis und Fertigstellungstermin erfolgen. Damit, so glaubt das Kulturreferat, werde die Anzahl der Verfahrensschritte minimiert. Podiuk befürchtet gleichwohl, es werde schwer, den Zeitplan zu halten. Für ihn sei die Beschlussvorlage der Verwaltung „kein Selbstläufer“.

Auch die SPD-Fraktion diskutierte am Montag über das Thema. Man werde den Beschluss zum Volkstheater mittragen, aber noch einen Änderungsantrag zum weiteren Vorgehen einbringen, hieß es von der SPD. Die Grünen halten das Vorgehen des Kulturreferats für zielführend, vermissen allerdings eine Aussage des Kommunalreferats, welche Nutzungen auf dem Viehhof-Gelände außer dem Volkstheater noch möglich wären.

Fraglich ist auch, wie der Stadtrat mit der Petition zum Erhalt des Open-Air-Kinos und des Biergartens am Viehhof umgeht. Kinobetreiber Hartmut Senkel möchte, dass der Pachtvertrag zur Zwischennutzung über den Sommer 2016 hinaus verlängert wird.

Klaus Vick

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