Harlaching droht das Aus

München - Der Umbau des Krankenhauses Harlaching droht zu scheitern. Noch hofft die städtische Klinik GmbH auf eine hundertprozentige Förderung des Freistaats. Die aber ist fraglich. Harlaching stehe damit vor dem Aus, fürchtet die CSU.

Die Stadt München hatte große Ziele. Unter dem Dach einer Klinik GmbH sollten die fünf zum Teil defizitären städtischen Krankenhäuser Bogenhausen, Harlaching, Neuperlach, Schwabing und an der Thalkirchner Straße in überlebensfähige Kliniken verwandelt werden. Vier Jahre gibt es die Gesellschaft nun. Rote Zahlen schreibt sie immer noch. Jetzt zeichnen sich neue Probleme ab. Offenbar fehlt das Geld für die Erneuerung des Klinikums Harlaching. Die Sanierung des Hauses am Rand des Perlacher Forstes war unter anderem aus Brandschutzgründen notwendig geworden.

Rund 195 Millionen Euro soll die gesamte Erneuerungsmaßnahme inklusive Ersatzneubau kosten. Für Verwunderung im Aufsichtsrat des Klinikums sorgte zuletzt, dass die Geschäftsführung in ihrem Unternehmensplan eine Förderung durch den Freistaats ab dem Jahr 2012 über 180 Millionen Euro in Aussicht gestellt hat – also über mehr als 90 Prozent.

Münchens Gesundheitsreferent Joachim Lorenz (Grüne) hält diese Fördersumme jedoch für unrealistisch. Nicht ohne Grund: Der Freistaat soll schon für den Umbau des Krankenhauses Schwabing 65 Millionen Euro nach München schicken, weitere elf Millionen für Baumaßnahmen in Neuperlach. Auch im Gesundheitsministerium will man von einer Zusage für Harlaching in dieser Höhe nichts wissen. „Es ist keine Festlegung erfolgt“, erklärte eine Sprecherin.

Damit aber dürfte eine Finanzierung des Umbaus schwierig werden, heißt es in Klinik-Kreisen. CSU-Stadträtin Eva Caim fürchtet sogar Schlimmeres. „Meine große Sorge ist, dass Harlaching in der jetzigen Form aufgegeben oder ganz geschlossen wird, weil die Betten nicht mehr gebraucht werden.“

Reinhard Fuß, Strategie-Geschäftsführer des Klinikums, wies diese Überlegungen zurück. „Das ist definitiv nicht so“, sagte Fuß. Wenn der Umbau des Krankenhauses so nicht finanziert werden könne, werde es eine andere Form geben. Die Auslastung der städtischen Krankenhäuser sei mit 85 Prozent sehr gut. „Wir werden weiter alle fünf Standorte benötigen.“

Im Unternehmensplan des Klinikums ist indes nur noch von einer Auslastung von knapp 76 Prozent im Jahr 2012 die Rede. Dies bedeutet, dass im gesamten Klinikum bis zu 480 Betten weniger benötigt würden als bisher für 2012 vorgesehen, heißt im Gesundheitsreferat. Harlaching hat derzeit rund 800 Betten. Klinik-Insider sagen, dies sei schon die untere Grenze der Rentabilität.

Matthias Kristlbauer

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