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Babyboom mit Folgen: Hebammen zu finden, wird sich zunehmend schwierig.

Jedes Jahr ein neuer Geburtenrekord

Hebammen-Notstand: Das will die Stadt für werdende Eltern tun

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Jedes Jahr ein neuer Geburtenrekord – die Versorgungsstruktur kann da in München längst nicht mehr Schritt halten. Vor allem die Suche nach einer Hebamme gestaltet sich immer schwieriger. Das soll sich ändern.

München – „Manchmal sind die Eltern schon sehr verzweifelt“, sagt Astrid Draxler, fachliche Leiterin der Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein. Für viele werdende Mütter und Väter ist die Einrichtung an der Häberlstraße erste Anlaufstelle für Fragen und Anliegen rund um das Thema Geburt. Ein wichtiger Aspekt: die Suche nach einer Hebamme, vor allem für die Betreuung im Wochenbett. „Mittlerweile müssen Eltern sehr früh dran sein, um jemanden zu bekommen“, weiß Astrid Draxler. Im dritten oder vierten Schwangerschaftsmonat sei es oft schon zu spät.

Das Problem ist auch bei der Stadtspitze längst angekommen. Die Hebammen fehlen nicht nur bei der Vor- und Nachsorge für die Eltern, sondern auch in den Kliniken. Das Referat für Gesundheit und Umwelt hat Ende vergangenen Jahres einen „Runden Tisch für Pflege an Münchner Krankenhäusern“ ins Leben gerufen – ein Vernetzungs- und Informationsgremium, das sich mit der schwierigen Personalsituation in der Gesundheits- und Krankenpflege, und auch bei den Hebammen, befasst. Unter anderem wurde eine Studie in Auftrag gegeben. Man möchte aktuelle Zahlen und Fakten zur Situation von Pflegekräften und Hebammen, um passgenaue Lösungen zu finden.

Eine Idee gilt bereits ab August

Eine Idee des Gesundheitsreferats wird bereits ab August umgesetzt: Im Münchner Geburtshaus wird eine Hebammenhotline eingerichtet. Eltern, die auf der Suche sind, sollen über sie schneller fündig werden, als wenn sie selbst alle Nummern durchtelefonieren. „Gegebenenfalls weisen die Mitarbeiter der Hotline auch auf Alternativen hin, etwa die Kinderkrankenschwestern des Referats für Gesundheit und Umwelt, und sie informieren über den Leistungsumfang von Hebammen“, sagt Gesundheitsreferentin Stephanie Jacobs. „Die Hotline ist damit ein weiterer Baustein, mit dem wir vom öffentlichen Gesundheitsdienst im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen, die Situation rund um die Geburt in München zu entspannen.“ Bis zu 15 000 Euro gibt die Stadt dafür erstmalig aus. Wird das Angebot angenommen, soll es laut Jacobs verlängert werden.

„Wir hoffen, dass viele Hebammen das Angebot unterstützen“, sagt Susanne Braun, Geschäftsführerin des Geburtshauses. „Denn vor allem in den ersten Tagen zu Hause sind Hebammen für die Familien sehr wichtig.“ Im Geburtshaus selbst ist der Hebammenmangel noch kein Thema – zum Glück für die Einrichtung. Das Gebursthaus ist gefragt wie nie. Seit dem Umzug in die größeren Räume vor einem Jahr stieg die Zahl der Geburten dort um fast ein Viertel auf 146. Viele landen auf der Warteliste. Gefragt wird sicher auch die Hotline sein. Gerade wenn die Sommerferien bevorstehen, wird es erfahrungsgemäß besonders eng. Das Problem: Viele Hebammen haben selbst kleine Kinder und müssen in den Ferien freinehmen. Vertretungen gibt es meist nicht.

Schon Anfang Mai hatten Hebammen im Krankenhaus Agatharied beklagt, sie seien bis auf den Anschlag ausgelastet.

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